Nordkorea fordert internationale Gemeinschaft mit neuem Raketentest heraus

Auch der NATO-Generalsekretär verliert die Geduld. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hatte erst am Montag eine Verschärfung der Sanktionen gegen Nordkorea beschlossen - die inzwischen siebte. Dementsprechend groß sind die Ängste der internationalen Staatengemeinschaft: Der UNO-Sicherheitsrat hat sich noch am Freitag in einer Dringlichkeitssitzung zu dem neuen Waffentest beraten.

Im Norden Japans, auf der Insel Hokkaido, wurden die Menschen wieder von Sirenen geweckt, auf ihren Mobiltelefonen erhielten sie eine Warnmeldung.

Nach dem jüngsten nordkoreanischen Raketentest hat Machthaber Kim Jong Un die USA eindringlich davor gewarnt, einen Militäreinsatz gegen sein Land auch nur zu erwägen.

"Nordkorea feuerte eine unidentifizierte Rakete aus der Nähe von Pjöngjang nach Osten ab", erklärte der Generalstabschefs in einer Stellungnahme.

Der UN-Sicherheitsrat hat den jüngsten nordkoreanischen Raketentest als "zutiefst provozierend" verurteilt. Das südkoreanische und das US-amerikanische Militär analysierten derzeit die Details, teilte das südkoreanische Büro der gemeinsamen Streitkräfte mit. Die Regierung in Seoul berief eine Sitzung des nationalen Sicherheitsrats ein.

Japans Regierungschef Abe erklärte, wenn Nordkorea so weitermache, werde es "keine schöne Zukunft" haben.

Nach Darstellung der US-Streitkräfte hat der Raketenabschuss weder für das US-Festland noch für das pazifische US-Außengebiet Guam eine Gefahr dargestellt.

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) verurteilte den nordkoreanischen Raketentest scharf. Nach ersten Angaben des US-Pazifikkommandos handelte es sich um eine Mittelstreckenrakete, wie sie Nordkorea bereits Ende Juli üb. Und es ist wahrscheinlich, dass Nordkorea, das jahrelang unter der Devise "Militär zuerst" regiert wurde, genügend Rücklagen hat, um das Militär und sein Atom- und Raketenprogramm ausreichend zu versorgen. In mehreren Regionen der nördlichen Insel Japans wurde das Raketenalarmsystem ausgelöst. Dabei handelt es sich in der Regel um Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können. Das international isolierte Land kommt mit Riesenschritten seinem Ziel näher, Mittel- und Langstreckenraketen zu entwickeln, die möglicherweise in naher Zukunft mit Nuklearwaffen bestückt werden können.

Nordkorea hatte am Vortag Japan mit der Vernichtung durch eine Atombombe und den USA mit "Asche und Dunkelheit" gedroht. Damit sollte Pjöngjang für sein Atomtest am 3. September bestraft werden. Die Rakete wurde von Sunan aus gezündet.

Pjöngjang wird die Entwicklung seiner Atomwaffen fortsetzen, bis es bereit sein wird, einen massiven Gegenschlag gegen die USA zu führen. Nordkorea hatte erstmals den Test einer Wasserstoffbombe verkündet.


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