Skandal um Sextäter bringt Islands Regierung zu Fall

Glänzende Zukunft hatte der Regierung um Benediktssons konservative Unabhängigkeitspartei zwar nicht angehört, sie aber mit ihren Stimmen unterstützt. Mit dem Schreiben wollte er das Vorstrafenregister des Mannes löschen lassen. Für den Antrag braucht es unter anderem ein Empfehlungsschreiben, zum Beispiel eines Freundes oder eines engen Kollegen.

Ein Skandal um den Vater des isländischen Regierungschefs bedeutet das Ende der erst seit einem Jahr amtierenden Mitte-rechts-Koalition. "Das widerspricht komplett unseren Prinzipien".

Der Fall hat die isländische Öffentlichkeit schon einige Zeit beschäftigt. Das Justizministerium weigerte sich zunächst, offenzulegen, wer den Brief verfasst hatte, und lenkte erst auf Druck eines Parlamentskomitees ein. Ein Parlamentsausschuss entschied aber, dass dies nicht rechtens sei. Der Abkehr von Glänzende Zukunft ging ein Skandal voraus, in dessen Mittelpunkt der Vater von Regierungsschef Benediktsson steht. Die Vorgängerregierung war 2016 wegen des Steuerskandals um die Panama Papers gestürzt. Die Regierungsbildung war sehr schwierig gewesen und hatte Monate in Anspruch genommen.

Jene Parlamentswahlen hatte ausgerechnet der frühere Finanzminister Bjarni Benediktsson gewonnen. Benediktsson entstammt einer reichen Investorenfamilie. Jetzt sollen so rasch wie möglich Neuwahlen stattfinden.


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