Hamas will Macht in Gaza abgeben

Die radikal-islamische Hamas ist offenbar bereit zu Gesprächen mit der rivalisierenden Fatah von Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas.

Die Hamas dominiert den Gazastreifen.

Die Hamas erklärte nun in der Mitteilung, sie wolle ihr Verwaltungskomitee für den Gazastreifen auflösen und stimme allgemeinen Wahlen zu.

Nach der Erklärung war unklar, ob die Hamas bereit sein würde, ihre Sicherheitskräfte unter Abbas' Kontrolle zu stellen - ein schwieriger Punkt in bisherigen Aussöhnungsverhandlungen, die wiederholt gescheitert waren. Der Schritt sei Ergebnis "großzügiger Bemühungen von Ägypten, eine palästinensische Versöhnung herbeizuführen".

Fatah und Hamas lieferten sich jahrelang einen blutigen Bruderkrieg.

Die Hamas herrscht nach einem Bürgerkrieg gegen die Fatah seit 2007 über den Gazastreifen. Bisher scheiterten alle Versöhnungsversuche. Sie wird von den USA, der EU und Israel als Terrororganisation eingestuft. Israel hat eine Blockade über den Küstenstreifen verhängt, die von Ägypten mitgetragen wird. Innerhalb des letzten Jahrzehnts haben sich Israel und die Hamas drei Kriege geliefert, die schwere Zerstörungen in dem Küstengebiet hinterlassen haben. 2014 bildeten die beiden größten Palästinenserorganisationen eine Einheitsregierung und kündigten allgemeine Wahlen an. Die Wirtschaft in Gaza liegt am Boden, Bewohner des Gebiets haben nur wenige Stunden am Tag Strom.

Abbas erhöhte vor kurzem den Druck auf die Hamas, unter anderem indem seine Regierung die Gehälter für die öffentlich Bediensteten im Gazastreifen gekürzt und Israels Stromlieferungen in das Gebiet nicht bezahlt hat. UN-Generalsekretär António Guterres sprach Ende August bei einem Besuch in dem Küstenstreifen, in dem rund zwei Millionen Menschen leben, von "einer der dramatischsten humanitären Krisen", die er je gesehen habe.


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