Spezialpflaster reduziert Fettpolster bei Mäusen

Das sogenannte weiße Fett speichert überschüssige Energie und dient so als Reservedepot für Zeiten, in denen die Nahrung knapp wird.

Das Pflaster nutzt Nanotechnologie, um den Fettstoffwechsel anzukurbeln und energiespeicherndes weißes Fett in energieverbrennendes braunes Fett umzuwandeln, wie es in einer am Freitag in der Fachzeitschrift "ACS Nano" veröffentlichten Studie heißt. Seit Längerem suchen Wissenschaftler nach Wegen, weißes Fett in braunes Fett umzuwandeln - denn so würde überschüssige Energie verbrannt, anstatt gespeichert zu werden. Neugeborene haben noch viel braunes Fett, das sie vor niedrigen Temperaturen schützt. "Aber sie müssen als Tablette oder Injektion verabreicht werden", sagt Dr. Li Qiang, Professor für Zellbiologie am Columbia University Medical Center, in einer Pressemitteilung. "Das setzt den ganzen Körper dem Wirkstoff aus, was zu Nebenwirkungen wie Magenverstimmungen, Gewichtszunahme und Knochenbrüchen führen kann".

Das neu entwickelte Pflaster wirkt direkt auf das Fettgewebe - und reduziert so mögliche Nebenwirkungen. Die Forscher hüllten das Medikament in Nanopartikel mit einem Durchmesser von rund 250 Nanometern. Im Vergleich dazu: ein menschliches Haar ist etwa 100.000 nm breit. Mit diesen Nanopartikeln wurden dann Pflaster von der Größe einer Fingerspitze bestückt, die das Medikament über mikroskopisch kleine Nadeln nach und nach in die Haut abgaben. Bei der Anwendung durchbohren die Nadeln schmerzlos die Haut und entlassen den Wirkstoff allmählich in das darunterliegende Gewebe. Die Nanopartikel enthielten jeweils eine von zwei bekannten Stoffen, die den Umwandlungsprozess fördern: Rosiglitazon oder CL-316,243. Kontrolltiere erhielten zwei wirkstofflose Pflaster. Die Pflaster wurden über vier Wochen alle drei Tage erneuert. Die Kontrollgruppe erhielt zwei leere Pflaster. Die behandelten Tiere verloren 20 Prozent Fettmasse auf der Seite, auf der sich das Wirkstoff-Pflaster befand, berichten die Forscher. Bisher wurden die Abnehm-Pflaster nur an Mäusen getestet - jedoch mit erstaunlichen Ergebnissen.

Bei Mäusen, die ein Wirkstoffpflaster bekommen hatten, beobachteten die Forscher eine Verminderung des Fettgewebes um 20 Prozent gegenüber der unbehandelten Bauchseite - egal, welcher der beiden Wirkstoffe zum Einsatz gekommen war. Noch wichtiger sei jedoch, dass das Pflaster möglicherweise auch sicher und wirkungsvoll zur Behandlung von Fettleibigkeit und damit verbundenen Stoffwechselstörungen wie Diabetes eingesetzt werden könne.

Die Wissenschaftler fanden bei ihrer Untersuchung heraus, dass die Pflaster bei Mäusen zu einen Rückgang des Körperfetts führten.


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