Alzheimer: "Stumme" Phase als Schlüssel zur Früherkennung

Forschern ist es jetzt gelungen, durch die Analyse einer Probe von Urin eine Diagnose für Alzheimer zu stellen. So wird eine effektivere Behandlung von Alzheimer ermöglicht.

Bis heute kann Alzheimer weder geheilt, noch deutlich gebremst werden. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer aktuellen Untersuchung im Journal of Alzheimer's Disease. Anhand dieses Urinwerts ließen sich damit die Patienten, die wahrscheinlich an Alzheimer erkrankt waren, von denen unterscheiden, bei denen das sicher nicht der Fall war. Menschen im Alter über 65 Jahren stellen wahrscheinlich die Mehrheit der Betroffenen dar.

Die genaue Diagnose der Alzheimer-Krankheit (Morbus Alzheimer) ist nicht einfach. Außerdem belastet das Verfahren stark den Körper der Erkrankten, weil es mit radioaktiver Strahlung arbeitet, fügen die Wissenschaftler hinzu. Forscher suchen schon seit einer längeren Zeit nach Alternativen, welche eine günstigere und nicht invasive Form der Diagnose zur Verfügung stellen. Cheng am Neurologischen Institut der Medizinischen Universität Tianjin in China untersuchten daher eine weitere Quelle für Hinweise auf eine Alzheimererkrankung: den Urin. Die Mediziner hatten festgestellt, dass sich im Urin das Protein AD7c-NTP nachweisen lässt, welches ein Auslöser für das Absterben von Nervenzellen und Fehlfunktionen der Mitochondrien ist. So wollten die Experten herausfinden, wie zuverlässig eine Diagnose auf der Grundlage einer Urinprobe wirklich ist. Die dabei festgestellten Ergebnisse wurden dann mit den Daten von acht Probanden mit einer leichten kognitiven Beeinträchtigung (LKB) verglichen.

Die "stummen" Phase der Alzheimer-Erkrankung ist jener Zeitraum, in der pathologische Veränderungen nachweisbar sind, aber noch keine klinischen Symptome auftreten. Davon gehen zumindest führende Alzheimer-Experten aus. Die Konzentration des AD7c-NTP-Proteins im Urin wurde in einer Laboranalyse ermittelt. Zusätzlich wurden erste Hinweise auf eine Demenzerkrankung in der Denkleistung und Verhaltensauffälligkeiten mit zwei verschiedenen Tests überprüft. Dafür wurden zwei unterschiedliche Tests verwendet. Die Denkleistungs- und psychiatrischen Tests schienen bis auf einen Wert dagegen nicht mit dem Urinwert übereinzustimmen. Lediglich die bei Demenzpatienten häufige Unruhe zeigte sich bei hoher AD7c-NTP-Konzentration auch verstärkt. Damit erlaubt dieser Wert möglicherweise eine günstige, schnelle und patientenfreundliche Diagnosealternative.


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