Myanmar bestreitet "ethnische Säuberung"

In Rakhine ist der Konflikt zwischen Rohingya-Rebellen und dem Militär Ende August eskaliert. Daraufhin begann das Militär mit "Säuberungsaktionen" gegen Muslime. Die Zerstörung der Rohingya-Dörfer zeige, dass die Regierung in Myanmar unter der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi "keine Kontrolle über die Armee" habe und "trotz Demokratisierung de facto machtlos" sei.

Im Oktober vergangenen Jahres schaltete sich die UN ein und veröffentlichte einen Bericht über Menschenrechtsverletzungen durch die Sicherheitskräfte. "Das Ausmaß dieses Notfalls habe alle Anfangsprognosen übertroffen", sagte UN-Sprecher Jens Laerke am Dienstag in Genf.

Als Folge der Flüchtlingskrise benötigen die Vereinten Nationen fast dreimal so viel Geld wie geplant, um die Flüchtlinge sowie die Gastgebernation Bangladesch zu unterstützen. Bisher war der Bedarf auf 77 Millionen Dollar geschätzt worden. Zuvor war das südostasiatische Land in der Generalaussprache mehrfach kritisiert worden.

Luftaufnahme eines Flüchtlingslagers
Bildergalerie in Lightbox öffnen. Die Flüchtlingslager sind völlig überfüllt. So entstehen immer neue Lager wie dieses hier in Phalungkhali. Keystone 2/3

Myanmar hat die Kritik der internationalen Gemeinschaft zurückgewiesen, wonach das Land in Südostasien eine "ethnische Säuberung" an der muslimischen Minderheit der Rohingya betreibe. Vor allem muslimische Länder erhoben massive Vorwürfe.

Laut dem Außenminister Bangladeschs Abul Hasan Mahmood Ali seien durch die Gewalt rund 3.000 Rohingyas getötet worden.

Die Armee Myanmars wirft der muslimischen Rebellengruppe ARSA (Arakan Rohingya Salvation Army) Terror vor. Neben Muslimen sind in Rakhine auch Buddhisten und Hindus auf der Flucht. Dem Militär zufolge handelt es sich dabei um Hindus, die bei einem Überfall von Rebellen der muslimischen Minderheit der Rohingya getötet wurden. Insgesamt seien damit in dem Grab schon 45 Tote gefunden worden. Eine unabhängige Überprüfung ist nicht möglich, weil Myanmar die Krisenregion abriegelt.


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