So gefährlich sind Abtreibungen weltweit

Rund 56 Millionen Abtreibungen gibt es jedes Jahr weltweit.

Betroffen sind vor allem Frauen in armen Ländern.

97 Prozent der unsicheren Abtreibungen finden laut Studie in Afrika, Asien und Lateinamerika statt, so die WHO in einer Pressemeldung. In die erste Kategorie fallen Eingriffe, die entweder von Laien oder aber von ausgebildetem Personal mit überholten Methoden wie Ausschabung der Gebärmutter vorgenommen werden. Zudem gebe es in etlichen Regionen der Welt überaus gefährliche Praktiken wie die Einnahme von Ätzmitteln oder Kräutermixturen. Oder die Methode selbst gilt als sicher, wie etwa eine medikamentös induzierte Abtreibung, sie wird jedoch von einer ungeübten Person angewandt. In diese Kategorie fallen acht Millionen Abbrüche. Etwa 55 Prozent aller Schwangerschaftsabbrüche (30,6 Millionen) bezeichnet die Studie als sicher.

Das Risiko schwerer Komplikationen ist bei medizinisch korrekten Abtreibungen eigentlich gering. 75 Prozent der Abtreibungen verlaufen dort problematisch oder gefährlich. In Westeuropa würden nur 6,5 Prozent der Abtreibungen nicht nach besten Standards durchgeführt, in Osteuropa 14,2 Prozent. "In Ländern mit hohem Einkommen in Nordamerika und West- und Nordeuropa, in denen die Abtreibung weitgehend legal und das Gesundheitssystem stark ist, ist die Inzidenz von unsicheren Abtreibungen weltweit am niedrigsten", bestätigt Co-Autorin Dr. Gilda Sedgh. Am schlimmsten ist die Lage in Afrika außerhalb von Südafrika. Die Forscher haben Daten aus dem Zeitraum von 2010 bis 2014 ausgewertet.

Die Wissenschaftler fordern Regierungen und Behörden auf, sich für Frauenrechte einzusetzen und gefährliche Abtreibungen zu verhindern. Zum Beispiel, indem sie junge Menschen sexuell aufklären, Familienplanung anbieten, Verhütungsmethoden bereitstellen und Abtreibungen erlauben, so dass diese von medizinischem Personal mit anerkannten Methoden durchgeführt werden können.

Die Studie unterscheidet zwischen problematischen und gefährlichen Abtreibungen. Viele Frauen trauten sich nicht, über das Thema zu reden. Aufgrund der schwierigen Datenlage sind auch ihre Schätzungen dazu, wie viele Frauen infolge einer Abtreibung sterben, nur sehr grob.


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