Prozess wegen HRE-Pleite eingestellt

Angesichts der enormen Schäden für den Steuerzahler und die Wirtschaft kommen die Top-Manager mit lapidaren Zahlungen davon: Funke muss 18.000 Euro zahlen, Fell 25.000 Euro, die jeweils zwei gemeinnützigen Vereinen zugutekommen.

Eines der spektakulärsten Wirtschaftsstrafverfahren der jüngeren Geschichte, der Prozess um die Beinahe-Pleite der Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE), wird vorzeitig eingestellt. Im Prozess gegen den ehemaligen Vorstandschef Georg Funke und seinen Finanzvorstand Markus Fell ging es letztendlich aber gar nicht um die Endphase der Bank, sondern um die Zeit davor.

Die Staatsanwaltschaft hatte Funke und Fell vorgeworfen, die Öffentlichkeit bewusst über die Geldnöte der Immobilienbank getäuscht zu haben. Funke soll auf dem Höhepunkt der Finanzkrise die Bilanzen der HRE geschönt haben. Sie musste 2008 nach der internationalen Finanzkrise durch den deutschen Staat gerettet werden. Im Verfahren, das ein halbes Jahr dauerte, konnten die von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwürfe nicht ausreichend geklärt werden, ist in der offiziellen Mitteilung des Gerichts zu lesen.

Die beiden Männer waren wegen Bilanzfälschung angeklagt. August 2018) hätten abgeschlossen werden können, sei nicht abzuschätzen gewesen - zumal die Erstattung eines vom Gericht beauftragten Sachverständigengutachtens noch ausstehe. Das Verfahren gegen sechs weitere Angeschuldigte war bereits gegen Zahlung von Geldauflagen zwischen 30.000 und 80.000 Euro eingestellt worden.

Mehr als 100 Milliarden Euro an Kapital und Garantien steckte der Bund deshalb in der Krise zwischenzeitlich in das Institut und übernahm es schließlich ganz, vor allem um einen möglichen Zusammenbruch des Finanzsektors zu verhindern. Unter dem Strich stecken heute noch viele Milliarden Euro an Steuergeld in der HRE und ihren Überbleibseln.


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