Experten warnen vor Ausbreitung der Pest

Denn wird die Krankheit rechtzeitig erkannt, können Antibiotika helfen. Meist wird die Krankheit durch Ratten übertragen.

Bei der Pest handelt es sich um eine hochansteckende bakterielle Infektionskrankheit. Häufigste Form ist die Beulenpest, die mit Fieber, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und einer Entzündung der Lymphknoten im Leistenbereich einhergeht. Von 1347 bis 1351 starben rund 25 Millionen Menschen an der Seuche - ein Drittel der damaligen europäischen Bevölkerung. Im Mittelalter starben Millionen von Menschen am "Schwarzen Tod". "Die derzeit drei endemischsten Länder sind die Demokratische Republik Kongo, Madagaskar und Peru", schreibt die Organisation auf ihrer Webseite.

Wegen der zahlreichen Flugverbindungen bestehe durchaus Gefahr, dass die hoch ansteckende Seuche auch die Nachbarinseln im Indischen Ozean erreicht, sagte WHO-Sprecher Christian Lindmeier am Dienstag in Genf.

Denkbar wäre allerdings auch, dass europäische Touristen, die sich in Madagaskar anstecken und nicht sofort behandeln lassen, die Krankheit in ihr Heimatland einschleppen.

Die Gefahr sei jedoch nur "mäßig hoch".

Jedes Jahr erkranken weltweit rund 3.000 Menschen an der Pest.

Verbreitung in Europa? Eine rasche Verbreitung sei deshalb nicht auszuschließen, auch wenn das Risiko dafür gering wäre, so die WHO. Von Fachleuten werden schlechte Hygiene und mangelhafte Gesundheitsversorgung für die immer wieder auftretenden Pest-Fälle auf der Insel verantwortlich gemacht. Allein in diesem Jahr zählte die WHO seit August 133 Krankheitsfälle, 24 Patienten sind bereits gestorben. Der Experte stufte die Gefahr einer Ausbreitung über die Region hinaus als "niedrig" ein.

Besonders gefährlich ist in diesem Jahr, dass gleichzeitig Fälle von Beulen- und der selteneren Lungenpest auftreten. Im Gegensatz zur Beulenpest wird die Lungenpest von Mensch zu Mensch übertragen und kann die Betroffenen binnen 24 Stunden töten, wenn sie unbehandelt bleibt.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Seuche mittlerweile auch größere Orte erreicht hat, darunter die Hauptstadt Antananarivo.


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