Weinstein wehrt sich gegen Belästigungsvorwürfe

Hollywood-Produzent Harvey Weinstein ("Pulp Fiction", "Django Unchained") will sich gegen einen Bericht der "New York Times" über angebliche sexuelle Belästigungen zur Wehr setzen.

Die Schauspielerin Ashley Judd berichtete der Zeitung zufolge, dass der Filmmogul sie vor zwanzig Jahren für ein Arbeitsfrühstück in sein Hotelzimmer gebeten habe, wo er sie aber im Bademantel empfangen habe.

Die "New York Times" hatte am Donnerstag enthüllt, dass mehrere Frauen Weinstein sexuelle Belästigung vorwerfen. Die Zeitung veröffentlichte eine Stellungnahme Weinsteins, in der er einräumt, dass sein Verhalten gegenüber Kollegen in der Vergangenheit "viel Schmerz" verursacht habe. Weinstein habe sie dann gefragt, ob sie ihm eine Massage geben oder ob sie ihm beim Duschen zusehen könnte.

Weinstein hob in seiner Erklärung an die "New York Times" hervor, dass er in den 1960er und 1970er Jahren aufgewachsen sei, in denen die Verhaltensregeln und das Arbeitsumfeld anders gewesen seien. "So war die Kultur damals". Auch wenn er versuche, sich zu bessern, wisse er, dass dies ein langer Weg sei. Er habe bereits Therapeuten. Konkret ging Weinstein nicht auf die Vorwürfe ein, schreibt aber: "Ich komme aus den 60ern und 70ern, als die Regeln über Benehmen am Arbeitsplatz andere waren. Er ist ein alter Dinosaurier, der neue Wege lernt". Unter ihnen ist auch die Schauspielerin Rose McGowan ("Scream"), die angab, 1997 von Weinstein belästigt worden zu sein.

Gemeinsam mit seinem Bruder Bob ist Weinstein für zahlreiche Hollywood-Erfolge verantwortlich. Mit seinem Filmstudio Miramax, das er zusammen mit seinem Bruder Bob unter dem Dach von Disney betrieb, förderte er die Karrieren von Schauspielern und Regisseuren. 2010 produzierten sie das mit einem Oscar ausgezeichnete Drama "The King's Speech". Es sei in der Branche kein Geheimnis gewesen, wie er mit jungen Frauen umgegangen sei.


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