Nach Orkan "Xavier": Fahren die Bahnen wieder?

Still stehen die Züge derzeit in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen, in Teilen Mecklenburg-Vorpommerns und die S-Bahnen in Hamburg. Das sei normalerweise die Zahl eines ganzen 24-Stunden-Tages. Bis zum Nachmittag waren es über 900 Einsätze. In Hamburg erschlug ein entwurzelter Baum eine in ihrem Auto sitzende Frau. Das Opfer war als Beifahrerin im Wagen gesessen. Am Abend wurde bekannt, dass auch ein 72 Jahre alter Mann an der B1 zwischen Müncheberg und Hoppegarten (Märkisch-Oderland) von einem Baum erschlagen worden war. Nahe Gransee nördlich von Berlin fiel ein Ast in eine Windschutzscheibe und tötete einen Menschen. Der Sturm hatte am Donnerstag mindestens sieben Menschen in Deutschland das Leben gekostet. Aber nicht nur dort, denn auch an Flughäfen kam es zu erheblichen Beeinträchtigungen. Der öffentliche Nahverkehr brach weitgehend zusammen, viele Pendler strandeten. Etwa 20 Züge, in denen Gestrandete übernachten konnten, wurden in der Nacht zum Freitag zur Verfügung gestellt, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn erklärte.

Die S-Bahn Berlin veröffentlichte online eine Übersicht über den angebotenen Zugverkehr. "Ein Schienenersatzverkehr kann wegen des Unwetters nicht eingerichtet werden". Hier wird nach Aussage der Bahn heute kein Verkehr möglich sein. Doch auch da kommt es zu Problemen bei Linien mit oberirdischen Streckenteilen. "Warnung für Hamburg. Halten Sie sich aktuell nicht im Freien auf, bleiben Sie im geschützten Bereich", twitterte die Feuerwehr des Stadtstaates. Ein Sprecher sagte, die Feuerwehr der Hansestadt sei wegen mehrerer eingeklemmter Personen und umgestürzter Bäume zu zahlreichen Einsätzen ausgerückt. Es liefen Dutzende Notrufe ein. Wie ein Flixbus-Sprecher sagte, stieg die Zahl der Buchungen von und nach Hamburg im Vergleich zur Vorwoche um rund 45 Prozent. Am Freitagmorgen sind beispielsweise noch immer die ICE-Züge zwischen Hamburg und Berlin ausgefallen. In Hannover meldete die Feuerwehr Notlagen wegen umgestürzter Bäume auf Straßen und abgerissener Dachverkleidungen. Bäume stürzten auf Oberleitungen und sorgten für Streckensperrungen und Sachschäden. Im Norden des Bundeslandes waren Tausende Haushalte ohne Strom. Bäume liegen aufgrund des Sturms auf den Schienen, Oberleitungen sind beschädigt, heißt es.

Flugreisende mussten ebenfalls Einschränkungen hinnehmen. Wegen des heftigen Sturms im Norden mussten etliche Verbindungen ausfallen. Auch in Hannover fielen Verbindungen aus.

Nach dem Sturmtief "Xavier" rechnet die Bahn noch bis Mittwoch mit Behinderungen auf einzelnen Streckenabschnitten. Auch wurde mit Verspätungen bei den Flügen gerechnet. Zum Abflug vorgesehene Maschinen wurden sowohl in Tegel als auch in Schönefeld zeitweise nicht mehr beladen.


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