Air Berlin startet Gespräche für einen Sozialplan

Die Befürchtung, dass die Mitarbeiter im Poker um die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin auf der Strecke bleiben, gab es seit langem. "Mit dem Schicksal von Beschäftigten kann man so nicht umgehen".

Wien. Eine interne Mitteilung der Personalabteilung und des Generalbevollmächtigten, Frank Kebekus, bestätigte am Sonntag nun, was die Air-Berlin-Mitarbeiter ohnehin schon die ganze Zeit befürchteten: "Eine Fortführung des Geschäftsbetriebes ist aufgrund der hohen Verluste, die derzeit und prognostiziert dauerhaft entstehen, unmöglich und unzulässig", heißt es darin.

Wer für die Aufrechterhaltung des Flugbetriebs benötigt werde, erhalte eine Kündigung zu Ende Februar 2018. Als der Air-Berlin-Sprecher Ralf Kunkel nicht bereit war, diese Hiobsbotschaft zu kommentieren, sondern eisern schwieg, reagierte Christine Behle, Mitglied des Verdi-Bundesvorstandes, empört: "Wir sind entsetzt", sagte sie. Ein Insider ergänzte, dass die Kündigungen nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens ausgesprochen werden sollten.

Aufrechterhalten werden soll hingegen laut Mitarbeiterinfo der operative Service für die österreichische Tochter Niki, die Regionalflugtochter LGW und Maschinen im sogenannten Wetlease, die die Lufthansa von Air Berlin einschließlich ihrer Besatzung gemietet hat. Lufthansa hat auch ein Kaufangebot für Niki und LGW abgegeben. Und tatsächlich dürften große Arbeitgeber aus und rund um Berlin sich aktiv um die Mitarbeiter der Fluglinie bemühen.

Air Berlin ist seit Mitte August pleite. An den Veranstaltungen teilnehmen würden die Deutsche Bahn, der Onlinehändler Zalando, die Service-Tochter des Chemiekonzerns BASF, der Schienenfahrzeugbauer Stadler Pankow, der Autobahn-Maut-Eintreiber Toll Collect, die Bundesagentur für Arbeit und weitere Unternehmen, hieß es. Am Standort Berlin sind vom 10. und 13. Oktober Job-Messen geplant, wie aus einer internen Rundmail von Personalchefin Martina Niemann hervorgeht. Auch die Lufthansa-Tochter Eurowings scheint an Personal interessiert.


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