Wirtschaftswissenschaft | Der Nobelpreis geht an Richard Thaler

Der diesjährige Nobelpreis für Wirtschaft geht an den US-Forscher Richard H. Thaler.

Henning Vöpel, Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) hatte davor begründet, warum er Ernst Fehr und Richard Thaler wegen ihrer Beiträge zur experimentellen und Verhaltensökonomie ganz weit vorne reiht: Sie hätten das Verständnis von Verhalten und Entscheidungen erweitert und damit die Wirtschaftswissenschaften zu anderen Disziplinen geöffnet. Thaler wird für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Wirtschaftspsychologie geehrt, wie das Preiskomitee am Montag in Stockholm bekanntgab.

Im vergangenen Jahr hatten der US-Amerikaner Oliver Hart und der Finne Bengt Holmström den Nobelpreis für Forschungen zu Vertrags-Konstruktionen erhalten. Er geht zumindest nicht auf den letzten Willen von Dynamit-Erfinder Alfred Nobel (1833-1896) zurück.

Der Preis für Wirtschaftswissenschaften ist im strengen Sinne eigentlich kein Nobelpreis. Diese hatte den Preis 1968 "im Gedenken an Alfred Nobel" ins Leben gerufen, im Jahr darauf wurde er erstmals vergeben. Ökonomen aus den Vereinigten Staaten dominieren die Auszeichnung seit der ersten Verleihung 1969. Verliehen wird der Wirtschafts-Preis gemeinsam mit ihnen am 10. Dezember, dem Todestag von Preisstifter Nobel.

In den vergangenen Tagen waren bereits die Gewinner der Nobelpreise für Medizin, Physik und Chemie, Literatur sowie der Friedensnobelpreisträger bekanntgegeben worden. Der Wirtschafts-Nobelpreis geht im Gegensatz zu den anderen Preisen nicht direkt auf das Testament des Preisstifters Alfred Nobel zurück. Als bislang einziger Deutscher wurde 1994 der Bonner Spieltheoretiker Reinhard Selten ausgezeichnet. Die Geistesblitze der größten Ökonomen im Überblick.


Beliebt

VERBINDEN