Fluggäste haben auch bei verspätetem Ersatzflug Anspruch auf Entschädigung

Das gilt auch dann, wenn sie einen Ersatzflug angeboten hat, der aber ebenfalls erheblich verspätet ist. Der Bundesgerichtshof (BGH) gab damit am Dienstag einer Klage von Fluggästen der Singapore Airlines statt. Ausnahmen von der Zahlungspflicht legt der BGH eng aus.

Die Kläger hatten bei Singapore Airlines einen Flug von Frankfurt am Main nach Sydney in Australien gebucht, der Umstieg war in Singapur. Dieser Ersatzflug verzögerte sich aber um 16 Stunden. So kam man erst mit einer Verspätung von 23 Stunden in Sydney an.

Daher forderten die drei Flugpassagiere eine sogenannte Ausgleichszahlung, hier für einen Interkontinentalflug jeweils 600 Euro. Singapore Airlines lehnte dies wegen des angebotenen Ersatzfluges ab. Der Ersatzflug befreit die Fluglinie hier nicht von der Ausgleichspflicht, urteilte der BGH. Die Karlsruher Richter stellten allein darauf ab, dass die klagenden Passiere ihr Ziel mit dem Ersatzflug 23 Stunden zu spät erreicht und damit die zulässige Zwei-Stunden-Grenze nach der geplanten Ankunftszeit weit überschritten hatten.

Singapore Airlines könne auch nicht auf die Ersatz-Fluglinie verweisen, hieß es weiter. Die Fluggesellschaft habe den ursprünglichen Flug annulliert und bleibe daher verantwortlich.


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