Kaufhof will Einschnitte bei Löhnen

Das Unternehmen selbst teilte heute über ein Pressemitteilung nur mit, dass das Management mit der Gewerkschaft Verdi und den Arbeitnehmervertretern über einen neuen Tarifvertrag verhandelt.

Mit dem neuen Tarifvertrag wolle man kurzfristig notwendige Einsparungen erzielen und die Entgeltstrukturen so anpassen, dass die Schere zwischen Lohn- und Umsatzentwicklung bei Galeria Kaufhof nicht weiter auseinandergehe, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Der Kaufhof-Arbeitsdirektor Peter Herlitzius sagte: "Wir sind uns bewusst, dass ein neuer Tarifvertrag für unsere Mitarbeiter Einschnitte bedeutet". "Unser Ziel ist, das Unternehmen wieder nachhaltig profitabel zu machen und für die Zukunft eine wettbewerbsfähige Kostenstruktur zu schaffen", begründete der Vorsitzende der Geschäftsführung Wolfgang Link den Schritt.

Zuvor hatte bereits die "Süddeutsche Zeitung" über die Kaufhof-Pläne berichtet. Details zu den geplanten Einschnitten nannte das Unternehmen nicht. Dazu gehöre, dass ein Wirtschaftsgutachter im Auftrag von Verdi die Geschäftszahlen prüfe, "damit klar wird, wie es um das Unternehmen tatsächlich bestellt ist". Nach Informationen der Zeitung strebt Kaufhof eine Kürzung der Löhne und Gehälter von drei bis fünf Prozent, die Streichung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld für drei Jahre und eine Erhöhung der Arbeitszeit durch eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche an. Der Kaufhof-Chef betonte allerdings: "Wir gehen nicht mit einem festen Forderungskatalog in die Verhandlungen".

Kaufhof-Chef Link begründete die Notwendigkeit der Einschnitte mit dem dramatischen Strukturwandel im Einzelhandel. Innenstädte würden weniger stark frequentiert und die Gewinnspannen gingen zurück. Er bekräftigte gleichzeitig jedoch die Entschlossenheit des Managements und des kanadischen Kaufhof-Eigentümers HBC, Kaufhof von einem traditionellen Warenhaus in einen modernen, auch im Internetzeitalter erfolgreichen Anbieter umzubauen.

Außerdem leide Kaufhof darunter, dass die meisten Konkurrenten im Gegensatz zum Kölner Traditionsunternehmen ihre Mitarbeiter schon lange nicht mehr nach dem Flächentarifvertrag bezahlten. Dabei läuft es bei Kaufhof nicht rund - der Kreditversicherer Euler Hermes hatte jüngst Insidern zufolge Garantiezusagen für Lieferungen an die Warenhauskette gekürzt.


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