Lufthansa und Cockpit einigen sich auf neue Tarifverträge

Nach jahrelangen Auseinandersetzungen und zahlreichen Streikrunden haben sich Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Cockpit auf neue Tarifverträge geeinigt. Ganz in trockenen Tüchern ist der Abschluss aber noch nicht: Die Einigung steht noch unter dem Vorbehalt der erfolgreichen Urabstimmung der Gewerkschaftsmitglieder. Der Vertrag laufe bis mindestens 2022, heißt es weiter. Durch diese Umstellung sinken die Pensionsverbindlichkeiten um einen hohen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag, während sich das EBIT 2017 um einen signifikanten dreistelligen Millionen-Euro-Betrag verbessert.

Die Lufthansa Aktie notiert im XETRA-Handel der Frankfurter Börse bei 24,625 Euro mit 2,67 Prozent im Plus. Damit würden 600 Stellen für Kapitänsanwärter geschaffen und rund 700 Nachwuchsflugzeugführer könnten eingestellt werden. Die Cockpit-Mitarbeiter können auch in Zukunft das Niveau der bisherigen Altersbezüge erreichen und zudem freiwillige Eigenbeiträge einbringen. Für Lufthansa Cargo und Germanwings gilt dieses Ausscheidealter schon heute. Piloten sollen dabei gegen dauerhafte Flugdienstuntauglichkeit geschützt sein.

Lufthansa hat sich verpflichtet, bis Ende 2022 mindestens 325 Flugzeuge mit KTV-Piloten zu besetzen. Piloten von Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings erhalten zeitlich gestaffelte Gehaltserhöhungen von insgesamt 10,3 Prozent und eine Einmalzahlung von bis zu 1,8 Monatsgehältern für eine Laufzeit von Mai 2012 bis Juni 2022.

Die Einstiegs- und möglichen Endvergütungen für die Piloten orientierten sich am vorherigen Niveau, berichtete die Lufthansa. Die Vergütungsstrukturen von heutigen Mitarbeitern bleiben unverändert. "Wir freuen uns, dass nun auch die über 860 Nachwuchsflugzeugführer, die seit Jahren auf einen Cockpitarbeitsplatz warten, endlich eingestellt werden.", so Jörg Handwerg, Mitglied des Vorstandes.

Das Paket ist auch für die auch die Vereinigung Cockpit ein Schritt hin zu einer neuen Partnerschaft. Den im März veröffentlichten Eckpunkten zufolge sollen die rund 5.400 nach Konzerntarif bezahlten Piloten im Schnitt zwei Jahre später in den Vorruhestand wechseln und selbst das Zinsrisiko bei ihrer Betriebsrente tragen.


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