62,4 Millionen Deutsche surfen regelmäßig im Netz

Bei der allerersten Onlinestudie von ARD und ZDF im Jahr 1997 nutzten 6,5% der Deutschen das Internet. Knapp 90 Prozent der Bevölkerung sind inzwischen online. Dabei bestehen Unterschiede zwischen den Geschlechtern und Altersgruppen. Laut der Studie sind 2017 rund 62,4 Millionen Menschen ab 14 Jahren in Deutschland online. WhatsApp legt dagegen zu: Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der regelmäßigen Nutzer um sechs Prozentpunkte auf 64 Prozent.

Tägliche Online-Nutzung unterwegs Fernab der eigenen vier Wände gehen mittlerweile 30 Prozent (2016: 28 Prozent) ins Netz, wobei hier einmal mehr die Diskrepanz zwischen jüngeren und älteren Nutzern auffällt: Bei den 14- bis 29-Jährigen gehen 63 Prozent mobil ins Netz, bei den 30- bis 49-Jährigen noch 41 Prozent, bei den Über-70-Jährigen macht von dieser Möglichkeit gerade einmal ein mickriges Prozentchen von dieser Möglichkeit Gebrauch. Männer nutzen das Internet der Studie zufolge im Durchschnitt drei Stunden am Tag, Frauen etwa zwei Stunden. Bei den 30 bis 49-Jährigen sind es etwa 60 Minuten. Davon entfällt eine dreiviertel Stunde auf die Mediennutzung, rund eine Stunde Zeit auf die individuelle Kommunikation über Whatsapp oder SMS, der Rest auf Surfen, Shoppen oder Spielen.

Nutzung von Video- und Audio-Anwendungen Erstaunlich angesichts dieses Wachstum ist der Umstand, dass 2017 der Anteil der Bevölkerung, der mindestens wöchentlich Video-Anwendungen nutzt, von 56 auf 53 Prozent gesunken ist. Auch hier gilt: Die Jungen zwischen 14 und 29 (eine Stunde und 42 Minuten) sind deutlich aktiver als die älteren zwischen 50 und 69 (40 Minuten). Viele Nutzungswege, namentlich Videoportale wie YouTube, Mediatheken der Fernsehsender, aber auch Facebook können ihre Reichweite im Vergleich mit 2016 nicht steigern.

Auch hier ist das Bild differenziert. Zugelegt hat die Nutzung von live und zeitversetzt gestreamten Fernsehsendungen, stark zulegt haben die Videostreamdienste wie Netflix, Amazon Prime oder Maxdome, die binnen eines Jahres um satte 20 Prozent auf 38 Prozent wachsen konnten. Von den Befragten gaben 72 Prozent an, das Internet täglich zu nutzen. Die Gesamtreichweite von Onlinevideos bleibt zwar auf einem Level, in diesem Segment gewinnen aber vor allem die Streamingdienste kontinuierlich Kunden hinzu. Die Zuschauerzahlen für das klassische, lineare Fernsehen "liegen derzeit noch klar vorne", sagte ZDF-Intendant Thomas Bellut. Ähnlich fallen die Antworten im Audiobereich und bei der Nutzung von Musik-Streamingdiensten aus.

Die diesjährige Onlinestudie der Öffentlich-Rechtlichen hat keine Internet-Revolutionen zu vermelden, ein Blick ins Detail kann sich aber lohnen.


Beliebt

VERBINDEN