Euro Zusatzrente sparen - angeblich kein Problem!

Dagegen erhalten die heute 50- bis 65-Jährigen noch 63,1 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens und könnten damit ihren Lebensstandard sichern, wie aus dem "Vorsorgeatlas Deutschland 2017" hervorgeht. Auch überregional gibt es Unterschiede. Das sind 47,2 Prozent des letzten Bruttoeinkommens (Ersatzquote). Dazu erfasst der Atlas neben den "klassischen" Alterssicherungssystemen der ersten Säule (Gesetzliche Rentenversicherung, Beamtenversorgung, berufsständische Versorgung) die Vorsorgewege der zweiten Säule (Riester-Rente, betriebliche Altersversorgung, Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes) sowie das Geld- und Immobilienvermögen der Haushalte (dritte Säule). Zwar bleibe die gesetzliche Rente auch über das Jahr 2030 hinaus der Grundpfeiler der Altersvorsorge. Den heute 20- bis 34-Jährigen werden - auf Grundlage der heutigen Kaufkraft berechnet - pro Monat viele hundert Euro fehlen. Damit können sie die gesetzliche Rente um 10,6 Prozent des Einkommens aufstocken.

Allerdings kommen die Forscher zu dem Schluss, dass durch betriebliche bzw. private Vorsorge der Lebensstandard gehalten werden kann - diese sich also für den Kunden rentiert. Grund dafür sind laut der Studie die höheren Gehälter in den wirtschaftlich starken Gebieten. Somit müssen sie nur noch wenig zusätzlich sparen, um auf eine Quote von über 60 % zu kommen. Mit der Riester-Rente erhalten die Förderberechtigen laut Studie im Alter 290 Euro im Monat - sofern sie jährlich 973 Euro (ohne Zulagen) einzahlen.

Das jüngst verabschiedete Betriebsrentenstärkungsgesetz sieht der Vorstandsvorsitzende von Union Investment daher als wichtigen Meilenstein: "Die Anpassungen in der betrieblichen Altersvorsorge und der Riester-Rente waren richtig und notwendig".

Gleichwohl werde es auch künftig erforderlich sein, das System durch das Drehen und Feinjustieren einzelner Stellschrauben zu optimieren. "Entscheidend ist, dass die Möglichkeiten insbesondere der privaten Vorsorge genutzt werden".

So spricht sich Reinke beispielsweise dafür aus, alle Bevölkerungsgruppen in die Riester-Rente einzubeziehen, die steuerliche Förderhöchstgrenze zu dynamisieren oder zusätzliche Anreize wie eine Treuezulage einzuführen. Hier müssen Menschen besonders viel draufzahlen, um ihren Lebensstandard halten zu können.

Vor allem für junge Menschen und Personen mit einem hohen Einkommen ist dies von Bedeutung. Für sie ist es daher ratsam, zusätzlich etwas zurückzulegen. Solche Sparpläne werden inzwischen schon ab 25 Euro Einzahlung pro Monat angeboten. Denn nur wer die angebotenen Möglichkeiten nutzt, ist im Alter gut versorgt. Denn die Studie besagt: "Keine Angst vor der Rente".


Beliebt

VERBINDEN