Störfall bei BASF: Matratzenbranche in Schwierigkeiten

Die BASF ist von einem Kunden auf die Dichlorbenzol-Belastung in ihrem Kunststoffprodukt für Möbel und Matrazen aufmerksam gemacht worden.

September von BASF in Ludwigshafen hergestellte Toluoldiisocyanat (TDI) enthielt laut dem Konzern eine deutlich erhöhte Konzentration an Dichlorbenzol. Nach Angaben einer BASF-Sprecherin war eine Menge von 7500 Tonnen betroffen. "Niemand ist derzeit in der Lage, die aktuelle Situation faktisch einzuschätzen, da die Informationen der Rohstofflieferanten ungenügend sind", teilt der Matratzenverband mit.

Dichlorbenzol kann Haut und Atemwege reizen und steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Es ist auch giftig für Wasserorganismen. Zumindest ein großer Weichschaumhersteller hat vorsichtshalber Force Majeure gemeldet, einige andere rufen Produkte wie Matratzenschaumstoffe zurück, stellen Produktionslinien ab und unterziehen TDI-Lieferungen zusätzlichen Tests. Dieser Spezialkunststoff wird in der Möbelindustrie zur Herstellung von Matratzen sowie für Polsterungen oder Holzbeschichtungen benutzt. Auch Auslieferungen seien gestoppt worden. Bei bereits verarbeiteten Produkten sollten die Kunden sicherheitshalber testen, ob die Grenzwerte der verschiedenen Industrien eingehalten würden. Dennoch geht der Verband davon aus, "dass solche Matratzen auch in Handel und Haushalte gelangt sind". Jede einzelne sei aber eine zu viel. Außerdem will das Unternehmen auf eigene Kosten nicht verarbeitete Schaumblöcke einsammeln, die im fraglichen Zeitraum mit dem TDI hergestellt wurden. Sie war mit Verspätung gestartet und danach Ende November 2016 wegen eines Defekts vorübergehend abgestellt worden.


Beliebt

VERBINDEN