Trump hält separates Handelsabkommen mit Kanada für möglich

Washington/OttawaUS-Präsident Donald Trump scheint weiter entschlossen, das Freihandelsabkommen Nafta zwischen den USA, Kanada und Mexiko zu beenden, falls er nicht die von ihm gewünschten Änderungen durchsetzen kann. Er räumte aber ein, "dass die Verhandlungen schwierig sind und weiter schwierig bleiben werden und manchmal sogar unvorhersehbar". "Mein Optimismus hinsichtlich einer Neuverhandlung von Nafta gründet sich nicht auf Persönlichkeit oder dem Lesen von politischem Kaffeesatz, sondern weil ich weiss, wie gut Nafta für Millionen von Bürgern in Kanada, den USA und Mexiko war", sagte Trudeau.

Kanadas Ministerpräsident Trudeau setzt allerdings noch immer darauf, dass sich alle drei Länder bei den Nafta-Verhandlungen einigen können: "Ich glaube weiterhin an Nafta", sagte er. Der kanadische Politiker, der auch mit Mitgliedern des eher handelsfreundlichen Kongresses zusammengetroffen war, betonte, dass Kanada der wichtigste Kunde der USA sei. Die Verhandlungsgespräche in Washington in dieser Woche waren wackelig gestartet. Trump hat den Vertrag dennoch immer wieder als "Desaster" bezeichnet und damit gedroht, das Abkommen im Notfall aufzukündigen. "Es ist möglich, dass wir nicht in der Lage sind, einen Deal mit dem einen oder anderen zu machen". Die USA exportierten mehr Güter nach Kanada als nach China, Japan und Großbritannien zusammen, sagte er. "Es ist möglich, dass wir kein Abkommen abschliessen können und es ist möglich, dass wir eines abschliessen können".

Trudeau erklärte nach der Begegnung mit Trump in einer eigenen Pressekonferenz, er sei in Sache Nafta ungebrochen zuversichtlich. Erstmals sprach er an, dass er dann getrennte, zweiseitige Abkommen mit Kanada und Mexiko anstreben werde, was bisher bei beiden Ländern auf Ablehnung stößt.

Trudeau forderte die USA eindringlich auf, die Strafzölle auf Flugzeuge des kanadischen Unternehmens Bombardier zu streichen. Anderenfalls werde seine Regierung nicht wie geplant von dem amerikanischen Flugzeugbauer Boeing 18 Kampfjets vom Typ Super Hornet kaufen. Auch der kanadischen Holzwirtschaft wirft Washington Dumpingmethoden vor. Im Anschluss wollte der Premier nach Mexiko weiterreisen. In den bislang drei Verhandlungsrunden wurden noch keine grösseren Fortschritte erzielt.


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