Versöhnung mit Fatah vereinbart

Die radikalislamische Hamas ist nach der Fatah die größte Palästinenserorganisation.

Die Palästinenserorganisationen Hamas und Fatah haben sich in Kairo angeblich auf ein Abkommen zur Versöhnung verständigt. Ein Hamas-Vertreter sagte, es sei damit zu rechnen, dass Details im Laufe des Tages veröffentlicht werden sollten. Eine am Donnerstagmorgen verbreitete Erklärung des Büros von Hamas-Chef Ismail Hanija nannte zunächst aber keine Einzelheiten zu der Vereinbarung.

Bei den Gesprächen unter Vermittlung Ägyptens war es darum gegangen, den seit 2007 von der radikalislamischen Hamas beherrschten Gaza-Streifen unter die Kontrolle der Palästinensischen Regierung von Mahmud Abbas (Fatah) zu stellen. Vor zehn Jahren hatte sie die Macht im Gazastreifen in einem blutigen Bürgerkrieg mit der gemässigten Fatah an sich gerissen. Gastgeber Ägypten vermittelte. Ziel der Verhandlungen war die Bildung einer Einheitsregierung für die Palästinensergebiete sowie Neuwahlen.

Der Knackpunkt, wie mit dem bewaffneten Arm der Hamas umgegangen werden soll und ob die etwa 25'000 Kämpfer die Waffen abgeben, soll nicht Gegenstand der Verhandlungen gewesen sein. Zuvor hatte sie sich dort in bewaffneten Auseinandersetzungen gegen die gemäßigte Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas durchgesetzt. Damals herrscht Skepsis, weil schon frühere Versöhnungsversuche gescheitert waren. Vor allem die USA und Europäische Union waren skeptisch, sie hatten die Hamas einst als Terrorgruppe eingestuft. Die Abbas-Regierung ist international anerkannt. Die Islamisten hatten stets erklärt, in dieser Frage zu keinem Kompromiss bereit zu sein. In dem Küstenstreifen leben rund zwei Millionen Menschen.


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