Welthunger-Index 2017: Erfolge im Kampf gegen Hunger gefährdet

Wirtschafts- und Steuersysteme müssten so gestaltet werden, dass sie die Ungleichheit abbauen.

"Unser Bericht zeigt erneut, dass bewaffnete Konflikte weiterhin die größten Hungertreiber sind". Zu diesem Ergebnis kommt der am Donnerstag vorgestellte neue Welthunger-Index, der die Ernährungslage in 119 Ländern darstellt. Die Zahl der hungernden Menschen sei jedoch alarmierend.

Die Zahl der Hungernden weltweit dagegen stieg zuletzt - binnen eines Jahres um 38 Millionen auf 815 Millionen Menschen, wie Welthunger-Präsidentin Bärbel Dieckmann im ZDF-"Morgenmagazin" sagte. Der Hunger treffe vor allem Menschen in Südasien und in Afrika südlich der Sahara.

Wenn sich die Entwicklung verstetige, sei das UN-Ziel, den Hunger in der Welt bis 2030 zu beenden, nicht mehr erreichbar, obwohl Experten dies bei guter Regierungsführung sogar bis 2025 für machbar hielten, sagte Klaus von Grebmer vom Washingtoner Internationalen Forschungsinstitut für Ernährungs- und Entwicklungspolitik (IFPRI).

Der Welthunger-Index 2017 zeigt, dass sich in 14 Ländern die Werte im Vergleich zum Jahr 2000 um mindestens 50 Prozent verbessert haben. In 24 Ländern sind sie als mäßig und in 44 Ländern, darunter der Hälfte aller Länder in Ost- und Südostasien, als ernst eingestuft. In acht Ländern wie dem Tschad oder Sierra Leone ist die Situation gravierend oder sehr ernst. Seit 17 Jahren seien in dem Land keine Fortschritte erzielt worden. Da es in manchen Regionen nicht genug Daten für die Rangliste gibt, blieben Länder wie Südsudan oder Syrien unberücksichtigt.

Als Fortschritt verbucht die Welthungerhilfe, dass der Indexwert von 29,9 im Jahr 2000 auf 21,8 im vergangenen Jahr gesunken ist. Westeuropa, die USA, Kanada, Australien und Neuseeland sind als reiche Länder nicht in den Index miteinbezogen worden.


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