Hessen bei Grundschul-Bildung im vorderen Bereich

Im IQB-Bildungstrend 2016 untersucht das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) im Auftrag der Kultusministerkonferenz zum zweiten Mal, inwieweit Viertklässlerinnen und Viertklässler die bundesweit geltenden Bildungsstandards der KMK in den Fächern Deutsch und Mathematik für den Primarbereich erreichen.

Deutschlands Grundschüler der Klassenstufe 4 haben sich innerhalb der vergangenen fünf Jahre im Schnitt in Mathematik, beim Zuhören und in Rechtschreibung verschlechtert. Die Lesekompetenz ist dagegen im vergangenen Jahr auf ähnlichem Niveau geblieben wie 2011.

Im Vergleich der Bundesländer liegt Berlin fast durchgehend auf dem vorletzten Platz und damit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.

Entgegen dem Deutschlandtrend bleibt Bildungsniveau sächsischer Schüler stabil. So verfehlte ein Fünftel der Berliner Schüler die Mindeststandards beim Lesen. Der Anteil der Kinder, die die Regelstandards im Bereich Zuhören erreichen oder übertreffen, ist demnach von 74 auf 68 Prozent gesunken, im Bereich Orthografie von 65 auf 55 Prozent. Im Ländervergleich schnitt Baden-Württemberg in dem Fachbereich damit besonders schlecht ab und belegte Platz 13 auf der Rangliste.

KMK-Präsidentin Susanne Eisenmann erklärte, dass die heterogene Schülerschaft die Länder vor große Herausforderungen stelle: "Die Ergebnisse der Studie zeigen einen bundesweiten Handlungsbedarf bei der Förderung in den Kernfächern Deutsch und Mathematik". Zum Vergleich: In Sachsen sind es nur 7,2 Prozent, die im Lesen hinter den Regelstandards zurückbleiben, in Bayern sind es 7,9 Prozent, in Berlin sind es 20 Prozent und in Bremen 25,5 Prozent. Im Zuhören erzielten dagegen über 68 Prozent der Schüler den Regelstandard. Verändert hat sich seit der Vorgängererhebung 2011 die Zusammensetzung der Schülerschaft.

Laut baden-württembergischen Medienberichten zeigen die Ergebnisse auch, dass das Bildungsniveau vor allem in zwei Bundesländern gesunken ist: Bremen und Baden-Württemberg. Der Studie zufolge lag er im Jahr 2016 bei etwa 34 Prozent und stieg damit gegenüber 2011 um mehr als ein Drittel. Während in Sachsen drei Prozent der Lehrerinnen und Lehrer das Fach Deutsch fachfremd unterrichten, sind es in Deutschland durchschnittlich 19 Prozent. Etwas besser waren die Ergebnisse beim Zuhören im Fach Deutsch - hier scheiterte knapp jeder sechste Viertklässler. Allerdings gebe die Untersuchung Hinweise darauf, dass Mädchen ihre mathematischen Kompetenzen niedriger einschätzten als gleich kompetente Jungs. Auch bei den Grundschülern zeigt sich damit der Zusammenhang zwischen Leistung und Elternhaus.

Neben dem Zustrom von Flüchtlingskindern nennen die Kultusminister die verstärkte Inklusion von Schülern mit sonderpädagogischem Förderungsbedarf als Grund für das Absinken der Leistungen. An der Studie hatten rund 30.000 Viertklässler aus allen 16 Ländern teilgenommen. Außerdem sei der Anteil der Viertklässler mit Zuwanderungshintergrund gestiegen. Das sei allerdings zum Teil auch durch soziale Hintergrundmerkmale zu erklären, heißt es in einem Positionspapier der Kultusministerkonferenz.


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