Macron und Merkel eröffneten Frankfurter Buchmesse

Mit einem Bekenntnis zur Meinungs- und Pressefreiheit haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Emmanuel Macron am Dienstagabend die Frankfurter Buchmesse eröffnet.

Zur weltweit größten Bücherschau werden bis Sonntag rund 280 000 Besucher erwartet. Merkel und Macron besichtigten am Abend gemeinsam einen Nachbau der Gutenberg-Presse und druckten die erste Seite der Menschenrechtserklärung.

In diesem Jahr steht das Gastland Frankreich im Mittelpunkt der weltgrößten Bücherschau mit 7300 Ausstellern aus über 100 Ländern, das sind 2 Prozent mehr als im Vorjahr. Ehrengast ist Frankreich, es sind allein 200 Schriftsteller aus der frankofonen Welt angekündigt. Nur wenn Verlage auch eine marktgerechte Vergütung erhielten, könnten sie in Literatur und innovative Vertriebsmodelle investieren. "Es geht um nichts Geringeres als die Qualität der Bildung", sagte der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller.

Vorsichtig optimistisch gab sich Riethmüller hinsichtlich der wirtschaftlichen Situation der Verlage.

Riethmüller kritisierte die kürzlich vom Bundestag beschlossenen Einschränkungen des Urheberrechts. Verlagen komme eine enorme Bedeutung zu: "Wir liberal-demokratisch gesinnten Büchermenschen müssen in Zeiten, in denen giftige Narrative Hochkonjunktur haben und die Verbreitung von Angst und Hass wieder gesellschaftsfähig wird, mit attraktiveren Gegenentwürfen antworten". Bücher seien auch Zündstoff und würden daher von Despoten gefürchtet.

Markus Dohle, Chef des Publikumsverlags Penguin Random House, wies auf die "gesunde Koexistenz" zwischen gedruckten und digitalen Büchern hin, was den Buchhandel stabilisiere. "Geschichten erzählen und Geschichten konsumieren, wird auch in den kommenden Generationen wichtig sein". Der Buchhändler vor Ort sei immer noch der wichtigste Ort für Leser, um neue Geschichten zu entdecken.


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