Spanien liefert deutschtürkischen Schriftsteller nicht an Türkei aus

Außenminister Sigmar Gabriel hat den Stopp des Auslieferungsverfahrens gegen den deutschtürkischen Schriftsteller Dogan Akhanli durch die spanische Regierung begrüßt. Bis jetzt war unklar, ob Spanien ihn ausliefern würde.

Sein Anwalt kritisiert trotzdem, dass Akhanlı überhaupt über Interpol gesucht und im Spanienurlaub festgenommen worden war. Der spanische Ministerrat hat auf Anraten des Justizministers Rafael Catalá beschlossen, das Auslieferungsverfahren nicht fortzusetzen.

Er war im August während eines Spanien-Urlaubs auf Betreiben der Türkei vorübergehend festgenommen worden. Sein Pass wurde eingezogen. "Ich bin natürlich erleichtert". Akhanli selbst sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger", er werde am kommenden Mittwoch in Köln eintreffen. Akhanli, der in Köln lebt hatte im spanischen Granada Urlaub gemacht.

Akhanli war zwar kurz nach seiner Festnahme in Spanien wieder freigekommen, durfte bis zu einer endgültigen Entscheidung der Justiz das Land aber nicht verlassen. "Ich habe aber auch nichts anderes erwartet".

Akhanli wurde verhaftet, da die Türkei bei der internationalen Polizeibehörde Interpol einen "Dringlichkeitsvermerk" (Red Notice) gegen ihn hinterlegt hatte.

Der Schriftsteller steht der Regierung in Ankara kritisch gegenüber. Die Türkei wirft ihm Beteiligung an einem Raubmord vor. Akhanli, der in dem Fall vor Jahren in der Türkei bereits einmal freigesprochen worden war, bestreitet das und sieht politische Motive hinter dem Auslieferungsantrag. Damit er ausreisen könne, müsse das zuständige Gericht die bisherigen Auflagen noch aufheben, erklärte Gabriel weiter. "Ich hoffe, dass dies nun schnell und unkompliziert passiert, so dass Herr Akhanlı nach Deutschland zurückkehren kann".


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