Elf Jahre und sechs Monate Haft für Bonner Vergewaltiger

Zum Schutz der Opfer war die Öffentlichkeit bei deren Aussagen sowie bei den Plädoyers ausgeschlossen. Das Bonner Landgericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte im April in der Siegaue ein junges Paar aus Baden-Württemberg beim Zelten überfallen hatte. Er habe eine Lautsprecherbox und sechs Euro gestohlen und die 23-Jährige gezwungen, das Zelt zu verlassen, hieß es in der Anklage.

Bevor am Mittwochvormittag die Schlussplädoyers begannen, verkündete der Vorsitzende Richter Marc Eumann, man habe keinerlei Ermessensspielraum, Publikum und Presse im Saal sitzen zu lassen. Die Staatsanwältin wirft dem Asylbewerber aus Ghana besonders schwere Vergewaltigung in Tateinheit mit räuberischer Erpressung vor. Im Prozess war er mehrfach durch aufbrausendes Verhalten negativ aufgefallen. Erst vergangene Woche hat der 26-jährige Freund des Opfers und am Montag dann die Studentin selbst vor Gericht ausgesagt - beide hinter verschlossenen Türen. So bezeichnete der Ghanaer sein Opfer unter anderem als Prostituierte: "Wenn das Gericht sagt, die DNA passt, dann muss ich das Mädchen eine Prostituierte nennen", zitiert "Bild" den Angeklagten.

Vor allem wegen der eindeutigen DNA-Spuren sei die Beweislast gegen den Angeklagten von Anfang an erdrückend gewesen.

Die Staatsanwaltschaft hatte 13 Jahre Haft gefordert. Der Verteidiger von Eric X. hat in seinem Plädoyer dagegen keinen besonderen Antrag gestellt, sondern die Höhe einer möglichen Verurteilung ganz in das Ermessen der Strafkammer gestellt.

Mit den verhängten 11,5 Jahren liegt die Kammer deutlich über der Sanktion, die Ersttäter wie Eric X. Das Urteil soll am Donnerstag gesprochen werden.


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