Tausende gehen gegen AfD im Bundestag auf die Straße

Viele Menschen fürchten, dass die Partei den Bundestag als Bühne für Rassismus nutzen wird und gehen in Berlin dagegen auf die Straße.

Tausende Menschen haben sich in Berlin versammelt, um - so das Motto - "gegen Hass und Rassismus im Bundestag" zu demonstrieren. Sie wollen durch das Regierungsviertel ziehen und den Reichstag umrunden. Bei Reden am Brandenburger Tor sollten auch Holocaust-Überlebende zu Wort kommen.

Im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) betonte Mitinitiator Ali Can: "Obwohl mich das Wahlergebnis als ehemaligen Asylsuchenden zutiefst schockiert hat, richtet sich unsere Demonstration nicht gegen die demokratische Wahl der AfD in den Bundestag". Erstmals wird auch die AfD im Parlament sitzen.

Die Veranstalter hatten in ihrem Aufruf erklärt: "Am 24. Oktober werden Rechtsextreme und Rassisten auf den Stühlen des Bundestags Platz nehmen, als Mitglieder der neuen AfD-Fraktion". Anlass ist die konstituierende Sitzung des Bundestags am Dienstag.

Die AfD hatte die Demonstration im Vorfeld als "Stimmungsmache" gegen ihre Abgeordneten und als "Anschlag auf die Demokratie" kritisiert.

Die Berliner Polizei sprach von einem ruhigen Verlauf der Demonstration, ohne besondere Vorkommnisse. Unterstützt wird der Protestzug unter anderem vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), der Amadeu Antonio Stiftung, Campact, dem Lesben- und Schwulenverband, der Organisation "Die offene Gesellschaft" sowie anderen Initiativen wie die Bürgerrechtsbewegung Avaaz.

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, sagte zum Auftakt: "Die Demo ist ein wertvolles Zeichen, dass sich die Leute nicht damit abfinden, dass jetzt eine Partei im Bundestag sitzt, die sich im Wahlkampf teilweise rassistisch und rechtsradikal geäußert hat".


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