Irak und Saudi-Arabien suchen Gemeinsamkeiten

Alte Zweckbündnisse zerfallen, neue werden geschmiedet - die USA mischen kräftig mit. USA und Saudi-Arabien "glaubten jedoch, dass jene, die mit den iranischen Revolitionsgarden und ihren Firmen Geschäfte machten, seien es europäische Unternehmen oder andere weltweit, dies mit großem Risiko tun".

Im Beisein von US-Außenminister Rex Tillerson gründeten der saudi-arabische König Salman und der irakische Ministerpräsident Haidar al-Abadi einen Koordinierungsrat, durch den beiden Länder künftig enger zusammenarbeiten sollen. Die USA fürchten, dass die Führung in Teheran ihren gewachsenen Einfluss in der Region weiter ausbauen will.

"Wir sind dankbar für diesen Fortschritt und bitten Sie, diese für die Stabilität der Region wichtige Beziehung aufrechtzuerhalten", sagte Tillerson.

Der Irak unterhält jedoch auch enge Beziehungen zu seinem schiitischen Nachbarn Iran.

In einer Pressekonferenz in der saudi-arabischen Stadt Riad sagte er, "iranische Milizen" müssten jetzt abziehen, da sich der Kampf gegen den IS dem Ende zuneige. Tillerson sagte weiter, den Irakern müsse es gestattet sein, die Kontrolle über ihre Heimat selbst ausüben zu können. Saudiarabien hingegen gilt als Gegenspieler Irans in der Region. Auch in Syrien hat der Iran mit seinem Eingreifen in den Bürgerkrieg aufseiten von Präsident Bashar al-Assad seinen Einfluss deutlich ausgeweitet.

Der Iran kritisierte die US-Regierung, ein arabisches Bündnis gegen Teheran schmieden zu wollen. Im vergangenen Jahr entsandte Saudiarabien zum ersten Mal seit rund 25 Jahren einen Botschafter nach Bagdad. Der saudi-arabische Außenminister Adel al-Dschubair reiste Ende Februar zu Gesprächen in den Irak.

Das Verhältnis zwischen Bagdad und Riad war lange angespannt. Ein "starker und unabhängiger" Irak könne "in gewisser Weise" den "negativen iranischen Einflüssen" in dem Land entgegenwirken. Premierminister Al-Abadi sagte, er sei "zufrieden" mit der Stärkung der Beziehungen. Präsident Donald Trump hatte es vor einigen Tagen abgelehnt zu bescheinigen, dass sich der Teheran an das internationale Atomabkommen mit dem Land hält.


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