Untreuer Mann nackt im Wald ausgesetzt

Zum Schluss stand der Mann nackt im Wald.

Laut Anklage fühlten sich die Frauen im Vorfeld von dem Mann belästigt und wollten ihm deshalb "eine Abreibung verpassen". Nun sitzen die Frauen gemeinsam auf der Anklagebank. Die geschiedene Frau des Mannes beschrieb das Ganze am Montag beim Prozessauftakt vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) als spontane und nicht geplante Aktion. Mitangeklagt ist eine Ex-Freundin des Mannes, die noch nicht vom Gericht befragt wurde.

Sie sollen dem Mann mit vier unbekannten, maskierten Mittätern nordöstlich von Berlin in Zepernick aufgelauert, ihn in einen Transporter gestoßen und in einen Wald gefahren haben. Dort sollte er splitterfasernackt bis hundert zählen. Die Täter ließen ihn verletzt im Wald zurück.

In ihrer Wut auf den gemeinsamen Ex-Partner müssen die beiden Frauen irgendwann beschlossen haben, sich zu verbünden. Zum Zeitpunkt der Tag lag die Temperatur in der Gegend bei nur sechs Grad, für die Nacht waren Minusgrade erwartet.

Der Mann soll orientierungslos umhergelaufen sein, bis es ihm schließlich gelang, an einer Landstraße ein Auto anzuhalten und Hilfe zu holen. Auch habe es Streitereien ums Geld zwischen den Eheleuten gegeben. Seine Hände wurden mit Kabelbinder gefesselt und die Augen und Ohren mit Klebeband verklebt. Außerdem sei das Opfer geschlagen und getreten worden. Im Wald hätten ihm die Frauen gedroht, ihn zu erschießen. Die Fessel hätten sie gelöst, er musste bis 100 zählen.

Den Frauen im Alter von 37 und 39 Jahren wird Freiheitsberaubung und gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt. Das Gericht hat für den Prozess bislang drei Verhandlungstermine bis November geplant.


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