Mehr Geld für Trennungskinder ab 2018

Düsseldorf. Die Düsseldorfer Tabelle - wenn du geschieden bist oder getrennt von deinem Partner lebst und gleichzeitig Kinder hast, kennst du sie. Dann tritt die neue "Düsseldorfer Tabelle" in Kraft, wie das Oberlandesgericht in Düsseldorf am Montag mitteilte. Die Unterhaltssätze steigen je nach Alter des Kindes und Einkommen des Unterhaltspflichtigen um sechs bis zwölf Euro im Monat.

Insgesamt ist es durchaus eine Besserstellung der Unterhaltsschuldner, auch wenn wieder eine ansonsten Anhebung der Sätze stattgefunden hat - die Veränderung der Einkommensstufen ist beachtlich, letztlich wird sich für jeden Unterhaltsschuldner durchaus lohnen, genau nachzurechnen wo er mit seinem bereinigten Einkommen im Jahr 2018 liegt. "Dieser Effekt lässt sich nicht vermeiden", sagte Heinrich Schürmann, Sprecher des Deutschen Familiengerichtstages, auf Anfrage.

"Zu massenhaften Absenkungen des Unterhalts wird es erfahrungsgemäß nicht kommen", sagte dagegen Rechtsanwalt und Familienrechtler Jörn Hauß, Mitglied der Leitlinien-Kommission. Damit könne der Großteil der Unterhaltsempfänger mit gleichbleibenden Summen rechnen.

Ein Unterhaltspflichtiger hat ein Nettoeinkommen von rund 2000 Euro. Ab de, 01.01.2018 ändert sich dies, die Mindestgrenze liegt nun bei "bis 1900 Euro" und die Höchstgrenze somit bei "ab 5501 Euro". Künftig sind es 529 Euro. Einkommensgruppe der Düsseldorfer Tabelle.

Die gesetzliche Erhöhung des Mindestunterhalts zieht eine Anpassung der Bedarfssätze der übrigen Einkommensgruppen nach sich. Sie werden wie in der Vergangenheit in der 2. bis 5. Einkommensgruppe um jeweils fünf Prozent und in der 6. bis 10. Gruppe um jeweils acht Prozent des Mindestunterhalts angehoben.

Erstmals seit 2008 werden auch die Einkommensgruppen angehoben. Die höchste Einkommensgruppe geht statt wie bisher bis 5100 Euro jetzt bis 5500 Euro.

Der ausbildungsbedingte Mehrbedarf erhöht sich von 90 Euro auf 100 Euro. Die Sätze für volljährige Trennungskinder bleiben 2018 unverändert, wobei auch bei ihnen die geänderten Einkommensklassen greifen.

Auf den Bedarf des Kindes ist das Kindergeld anzurechnen.

Januar beträgt der Mindestunterhalt für Kinder der ersten Altersstufe (0 bis 5 Jahre) 348 Euro statt bisher 342 Euro.


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