Siemens Gamesa will nach schwachem Geschäftjahr 6000 Stellen streichen (AF)

Von den Stellenstreichungen hatte der Konzern 700 bereits zuvor mitgeteilt.

Schon im Sommer hatte die neue Siemens-Tochter für negative Schlagzeilen gesorgt.

Damit verschärft das Unternehmen seinen Sparkurs deutlich.

Der Windkraftanlagenbauer Siemens Gamesa will in den kommenden drei Jahren bis zu 6.000 Arbeitsplätze in 24 Ländern abbauen. Die Gespräche mit Arbeitnehmervertretern begännen unverzüglich. Auch soll das Produktangebot für Winderngieanlagen an Land deutlich ausgedünnt werden - um rund 65 Prozent. Jetzt wurde das bereinigte EBIT mit 774 Millionen Euro angegeben. Sie sollen im dritten Jahr erreicht werden, 12 Monate früher als geplant. Die Integrationskosten schätzt der Konzern auf rund 160 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2017/18.

Erst Mitte Oktober hatte Siemens Gamesa Investoren mit einer Gewinnwarnung überrascht und das Ziel, 2016/17 ein bereinigtes operatives Ergebnis (Ebit) von 900 Millionen Euro erreichen zu wollen, einkassiert. Abschreibungen auf Lagerbestände vor allem in USA und Südafrika waren der Grund dafür gewesen. Daraufhin war unter anderem der Finanzchef gegen einen Siemens-Mann ausgetauscht worden.

Das Unternehmen ist aus dem Zusammenschluss des Windenergiegeschäfts von Siemens mit dem spanischen Konkurrenten Gamesa entstanden. Seit der Fusion im April ist der Umsatz um zwölf Prozent eingebrochen.

Im abgelaufenen Quartal selbst sank der bereinigte Betriebsgewinn (EBIT) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 63 Prozent auf 192 Millionen Euro. Im Schlussquartal schrieb das Unternehmen rote Zahlen: Der Nettoverlust belief sich auf 147 Millionen Euro. Der Preisdruck sei zuletzt gestiegen, das Unternehmen erwarte einen Umsatz- und Gewinneinbruch. Die bereinigte Ebit-Marge dürfte bei 7 bis 8 Prozent liegen, nach 7 Prozent im Vorjahr.

Siemens hält 59 Prozent an dem Unternehmen und konsolidiert es voll in seiner Bilanz.


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