Studie der Hans-Böckler-Stiftung Wer noch Weihnachtsgeld bekommt und warum

Das geht aus der am Dienstag veröffentlichten Online-Befragung des Internet-Portals Lohnspiegel.de hervor, das vom WSI-Tarifarchiv der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung betrieben wird.

Auf 95 bis 100 Prozent eines Monatsgehaltes können sich Tarifbeschäftigte in Banken, der Chemie-Industrie oder der Druckindustrie freuen, während ostdeutsche Bauarbeiter und Gebäudereiniger in ganz Deutschland in dieser Frage bislang komplett leer ausgehen. Bei knapp mehr als der Hälfte der Arbeitnehmer in der Bundesrepublik versüßt die Sonderzahlung den letzten Monat des Jahres. Die in Ostdeutschland geringere Tarifbindung der Betriebe schlägt ebenfalls durch: Zwischen Ostsee und Erzgebirge erhalten lediglich 42 Prozent ein Weihnachtsgeld, im Westen sind es 57 Prozent. Während drei Viertel der Beschäftigten in tarifgebundenen Unternehmen eine Jahressonderzahlung erhalten, sind es in Firmen ohne Tarifvertrag lediglich 44 Prozent. "Hinzu kommt, dass in tarifgebundenen Betrieben die Beschäftigten in der Regel durch den Tarifvertrag einen rechtlichen Anspruch auf Weihnachtgeld haben", sagte der Leiter des Tarifarchivs des zur Böckler-Stiftung gehörenden Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI), Thorsten Schulten.

Auch weitere Faktoren scheinen einen Einfluss zu haben.

Düsseldorf. () Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer in Deutschland (55 Prozent) erhält einer Umfrage zufolge Weihnachtsgeld. Auch die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft ist von Bedeutung: Zwei Drittel der gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erfreuen sich der Sonderzahlung, aber nur 50 Prozent der Beschäftigten, die keiner Gewerkschaft angehören. Viele Tarifverträge regeln die Summe als festen Prozentsatz des Monatseinkommens. Im öffentlichen Dienst in Westdeutschland liege das Weihnachtsgeld zwischen 53 und 82 Prozent, im Osten bei 41 bis 62 Prozent, hieß es.


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