U2-Sänger Bono gehört ein Drittel des Silberpalais Duisburg

Die gerade veröffentlichten "Paradise Papers" zeigen, wie sich Unternehmen und Promis durch Steuertricks noch reicher machen. So verlagerte er den Steuersitz seiner Band U2 in die Niederlande, weil in seiner Heimat Steuervorteile für Musiker und Künstler abgeschafft wurden.

Insbesondere Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) sei jetzt gefragt, "seinen Lippenbekenntnissen für Steuergerechtigkeit Taten folgen zu lassen", sagte Regner.

Vilnius. In den jüngsten Skandal um mögliche Steuertricks prominenter Persönlichkeiten mithilfe von Briefkastenfirmen und Offshore-Konten ist auch U2-Sänger Bono verwickelt.

Bono taucht in den "Paradise Papers" auf, weil er das in Malta ansässige Unternehmen "Nude Estate" benutzt hatte, um in ein litauisches Einkaufszentrum zu investieren, bevor es ihr gesamtes Eigentum einem Unternehmen mit Sitz in Guernsey übergab. Die soll im Jahr 2007 das Shopping-Center für 5,1 Millionen Pfund (57,5 Millionen Euro) gekauft haben. Sein Name steht im Zusammen mit einer Firma namens "Nude Estates Malta Limited", deren Geld in einem Einkaufszentrum in der litauischen Kleinstadt Utena steckte.

Den Anteil Bonos an diesem Geschäft mit dem zehnstöckigen Gebäude beziffern die Rechercheure mit rund 15 Millionen Euro.

Im Silberpalais residiert unter anderem das Metallhandelsunternehmen Klöckner. Laut der Süddeutschen Zeitung gibt es jedoch bei dem Silberpalais keine Hinweise auf ein Steuervergehen. Bono bezeichnete sich als passiven Investor und betonte, man habe ihm versichert, dass die Firmen sich an die Steuervorschriften hielten. "Mir wurde bisher noch nicht mitgeteilt, dass Österreichs Finanzminister diese Richtlinie im Rat unterstützt". Die Tagesschau zitiert eine Sprecherin der Behörde, die erklärt, dass die Gewinne des Einkaufszentrums falsch verbucht worden sein sollen und Steuern entsprechend nicht bezahlt wurden.


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