DFB reagiert auf Probleme: Mehr Befugnis für Video-Assistenten

Frankfurt. Der Verband justiert bei seinem Prestigeprojekt jetzt auch inhaltlich nach.

Künftig sollen die beiden Video-Assistenten bei jedem Bundesligaspiel noch enger zusammenarbeiten, um die Fehlerquote zu minimieren. "Ich fand das eine gute Idee bei Entscheidungen, die wichtig sind, wie Elfmeter, Platzverweis, Tor oder kein Tor". "Deshalb mussten wir diese Entscheidung treffen: zum Schutz des Schiedsrichterwesens, für eine positive Fortführung des Gesamtprojekts Video-Assistent und nicht zuletzt zum Schutz der Person Hellmut Krug", sagte Fröhlich dem Blatt.

An ein vorzeitiges Ende der Testphase in der Winterpause glaube er nicht: "Ich bin überzeugt, dass es nicht so kommen wird".

Laut Fröhlich sollen erste Anpassungen zeitnah vorgenommen werden: So wird der Supervisor während des Spiels nicht mehr mit dem Video-Assistenten kommunizieren und stattdessen als stiller Beobachter protokollieren. Es gebe Probleme, aber der Videobeweis sei noch zu retten. "Es gibt Probleme, aber er ist sicher nicht gescheitert. Jetzt liegt es an allen - Schiedsrichter, Vereine, Fans und Medien, ihn nach vorne zu bringen", so Fröhlich. "Ich bin ein absoluter Befürworter". Es dauert manchmal ein bisschen lange, manchmal wird eingegriffen, wo es gar nicht notwendig ist.

Künftig soll vor allem der zweite Video-Assistent mit mehr Befugnissen ausgestattet sein. "Wir Schiedsrichter sind dafür offen, sehen Vor- und Nachteile", sagte Fröhlich. "Der Fußball wird dadurch nicht zu 100 Prozent gerecht - aber gerechter als vorher", sagte Seifert in einem Interview der Zeitungen der FUNKE Mediengruppe. Die Bundesligavereine hatten sich vor der Saison dagegen ausgesprochen. Damit hätten die Trainer pro Halbzeit eine begrenzte Zahl von Möglichkeiten, den Videobeweis zu fordern. "Vielleicht muss eine andere Lösung gefunden werden, wie man den Zuschauern im Stadion die Entscheidungswege präsentiert", sagte Zimmermann der "Sport-Bild". Denn die Zeit wird langsam knapp: Im März 2018 befindet das Fifa-Regelboard Ifab über eine weltweite Einführung des Videobeweises. Und bis dahin wird getestet.

Einen weiteren Test für den Videobeweis gibt es schon am Freitag während der Partie der Deutschen in England. Der polnische Schiedsrichter Pawel Raczkowski kann dort von seinem Landsmann Pawel Gil als Videoschiri auf spielentscheidende Fehler hingewiesen werden.


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