Opel hat keine Zeit zu verlieren — PSA-Chef Tavares

Bis Ende 2018 sind die rund 19 000 Opel-Beschäftigten in Deutschland ohnehin vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt.

Opel hat seinen neuen Strategieplan "PACE!" vorgestellt, mit dem das Unternehmen nach dem Verkauf an den französischen PSA-Konzern wieder rentabel und wettbewerbsfähig gemacht werden soll. Das Ziel sei es, die Kosten pro Fahrzeug um 700 Euro zu senken, erklärte Lohscheller. Die Lohnkosten müssten dennoch sinken, zum Beispiel über Altersteilzeit oder Abfindungsprogramme.

PSA-Chef Carlos Tavares hat die Opel-Fabriken als vergleichsweise ineffizient bezeichnet und das deutsche Management mit einem Sanierungsplan beauftragt. "Es muss ganz klar sein, dass wir nur 5 Prozent geleistet haben und jetzt 95 Prozent der Umsetzung vor uns haben", sagt Tavares bei der Vorstellung der Pläne für das neue Tochterunternehmen am Opel-Stammsitz Rüsselsheim. Das biete aber auch die Chance für eine erfolgreiche Wende. Dafür werden auch zwei Modelle, die noch auf der Technik des früheren Eigners General Motors basieren, in den Werken Eisenach und Rüsselsheim durch neue Projekte auf PSA-Plattformen ersetzt.

Durch eine schlankere Produktion und einen gemeinsamen Einkauf sollen bis 2020 jedes Jahr 1,1 Milliarden Euro eingespart werden.

Schub soll auch der Vorstoß in neue Märkte außerhalb Europas geben, die Opel unter der bisherigen Mutter Gm bislang erwehrt blieben. Bis 2024 sollen alle europäischen Pkw-Baureihen elektrifiziert sein - entweder mit reinem Batterieantrieb oder als Plug-in-Hybride. Der neue Opel-Chef bekräftigte zudem die Renditeziele, die ihm Peugeot vorgegeben hatte. "Durch die veränderten Rahmenbedingungen kann die Gewinnschwelle von Opel/Vauxhall zukünftig bereits mit 800.000 Fahrzeugen pro Jahr erreicht werden; damit wird ein profitables Geschäftsmodell selbst für wirtschaftlich schwierige Zeiten geschaffen", teilte Opel weiter mit. Bis 2026 sollen es sechs Prozent Rendite sein. "Die Treppe wird von oben gekehrt", sagte Lohscheller.


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