Opel verzichtet bei Neustart auf Kündigungen

Auch Werkschließungen seien nicht geplant, berichtete das vom französischen PSA-Konzern übernommene Unternehmen.

100 Tage nach der Übernahme durch die Peugeot-Mutter PSA macht Opel Tempo beim Unternehmensumbau. Die genaue Ausgestaltung wie auch der Zeitraum ist allerdings noch Gegenstand von Verhandlungen mit den Arbeitnehmern. Der soll ohne Kündigungen klappen, doch dafür muss erneut mit den Gewerkschaften verhandelt werden. Bis Ende 2018 sind die rund 19.000 deutschen Mitarbeiter noch durch Tarifverträge geschützt. Von der Neuausrichtung sind bereits zwei Modelle betroffen, die derzeit in Rüsselsheim und in Eisenach gebaut werden. Bis 2020 sollen so die Kosten pro Fahrzeug um 700 Euro reduziert werden, wie Lohscheller ankündigte. Der deutsche Autobauer werde "vollen Zugriff auf die Technologien der PSA-Gruppe" haben und so in der Lage sein, bis 2024 Elektroautos in allen Pkw-Baureihen anzubieten.

Opel will mit einem schnellen Schwenk auf die Technologie des neuen Mutterkonzerns PSA in dien Gewinnzone zurückfahren. Dabei spielt der noch von GM entwickelte Opel Ampera-E keine Rolle mehr.

Wachstum verspricht sich der Autobauer auch durch die Expansion: Bis 2022 werde Opel auf mehr als 20 neuen Exportmärkten Autos verkaufen, kündigte Lohscheller an.

Durch eine schlankere Produktpalette, eine kostengünstigere Produktion sowie einen gemeinsamen Einkauf will Opel/Vauxhall bis 2020 jedes Jahr 1,1 Milliarden Euro Kosten einsparen. Bis dahin soll ein operativer Gewinn in Höhe von 2 Prozent des Umsatzes erreicht werden. Danach sollen es sogar 1,7 Milliarden Euro jährliche Einsparungen sein, wie Lohscheller erklärte. Der Gang nach China und Brasilien werde darüber hinaus geprüft, kündigte der Opel-Chef an. Zum 1. August hat die Peugeot/Citroën-Mutter PSA das Unternehmen mit rund 38 000 Beschäftigten samt der britischen Schwestermarke Vauxhall übernommen. An der offiziellen Vorstellung nehmen Opel-Chef Michael Lohscheller und PSA-Chef Carlos Tavares teil.

Der einstmals glanzvolle Autohersteller mit Stammsitz in Rüsselsheim hat unter der Ägide des bisherigen Besitzers General Motors seit 1999 keinen Jahresgewinn mehr geschafft.


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