Siemens-Chef Kaeser kündigt "schmerzhafte Einschnitte" an

SiemensSiemens wird wohl in der Kraftwerkssparte sowie im Geschäftsfeld Prozessindustrie und Antriebe mehrere tausend Stellen streichen, über rund 4000 gefährdete Jobs wird spekuliert. Konglomerate alten Zuschnitts hätten keine Zukunft, sagte Vorstandschef Joe Kaeser auf der Jahrespressekonferenz. "Und deshalb werden wir auch hier tun, was zu tun ist, unsere Kapazitäten sorgfältig und entschlossen anpassen und die Strukturveränderungen auch umsichtig und verantwortungsvoll machen". Personalvorstand Janina Kugel kündigte an, der Stellenabbau in der Kraftwerkssparte werde den Beschäftigten am 16. November beziffert. Die Windkraft-Tochter Siemens Gamesa hat bereits den Abbau von 6000 Arbeitsplätzen angekündigt. Dieser werde aber deutlich kleiner sein und die Nachfrage werde sich Richtung Asien, Lateinamerika und Afrika verschieben. Auch in der Antriebssparte müssten "strukturelle Anpassungen" konsequent fortgesetzt werden, sagte Siemens-Finanzvorstand Ralf Thomas. Der gab am Donnerstag einen Gewinn von 6,1 Milliarden Euro im vergangenen Geschäftsjahr bekannt - eine Steigerung um 600 Millionen Euro gegenüber 2016 -, gleichzeitig will er aber massiv umbauen und vor allem einsparen.

Geschäftlich will Kaeser das Tempo derweil in diesem Jahr in etwa halten - auch wenn hohe Kosten durch den bevorstehenden Personalabbau auf Siemens zukommen dürften.

München Schwache Geschäfte mit Kraftwerken bereiten Siemens Probleme. Insgesamt erhöhte sich der Umsatz des Konzerns in dem Dreimonatszeitraum um zwei Prozent auf 22,3 Milliarden Euro.


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