Adidas mit Gewinnsprung im dritten Quartal

Optimistische stimme ihn die Fussballweltmeisterschaft im kommenden Jahr, für die normalerweise gegen Jahresende hin die ersten Bestellungen einlaufen. Der Konzern sei daher auch auf dem besten Weg, seine Gesamtjahresziele zu erreichen. Dabei machten sich Währungseffekte negativ bemerkbar, ohne die das Plus bei 12 Prozent gelegen hätte. In den Quartalen zuvor war Adidas noch stärker gewachsen, Analysten hatten zudem mehr erwartet.

Am Aktienmarkt sorgten die Zahlen daher für Enttäuschung. Um die eigene Umsatzprognose zu treffen, brauche der Konzern aber nun ein sehr starkes viertes Quartal, merkte Analyst Dan Homan an. Seitdem hat das Papier rund zehn Prozent verloren. Trotz der jüngsten Verluste stieg der Börsenwert des weltweit zweitgrößten Sportartikelherstellers in diesem Jahr um rund ein Fünftel - seit Anfang 2015 zog der Kurs um mehr als 200 Prozent an.

Nike ist Marktführer in den USA, gefolgt von Adidas und dem Shooting-Star der Branche, Under Armour. Regional trug China und Nordamerika am meisten zum Umsatzwachstum bei. Nike musste in seiner Heimat hingegen einen Umsatzrückgang verbuchen, Under Armour schockte jüngst mit einer Gewinnwarnung. Beim Gewinn machte der Konzern allerdings einen großen Satz nach vorn.

Wermutstropfen gab es aber auch bei Adidas. Beide Ex-Partner werden nun von Nike ausgerüstet. Nachgelassen hat unter anderem die Dynamik der Tochter Reebok, die derzeit umgebaut wird. Weil das Nordamerika-Geschäft schwächelt, wurden bislang gut 50 Läden geschlossen.

Zu mehr Popularität bei den Frauen soll Reebok eine Kooperation mit Designerin Victoria Beckham verhelfen.

Während Artikel zum Thema Laufen und Outdoor sowie die modischen Marken Originals und Neo besonders gut nachgefragt waren, gingen die Umsätze im Fussball und Basketball zurück. Adidas will den Online-Umsatz bis 2020 auf 4 Milliarden Euro steigern, von 1 Milliarde 2016. Dabei hilft, dass der Konzern seine Kosten im Griff hat und viele Produkte verkauft, die eine hohe Marge bringen, zumal Sportmode ohnehin zunehmend im Alltag getragen wird.

Herzogenaurach.Unter dem Strich verdiente Adidas mit 526 Millionen Euro gut 36 Prozent mehr als im Vorjahr. Für 2017 erwartet Adidas hier nach der im August angehobenen Prognose einen Anstieg zwischen 26 Prozent und 28 Prozent. Im Segment Nordamerika, in dem Adidas den wichtigen US-Markt führt, stieg der Umsatz um 19 Prozent bzw. währungsbereinigt um 23 Prozent auf 1,1 Milliarden.

Insgesamt wuchs der Konzernumsatz im dritten Quartal deshalb nur um neun Prozent auf 5,68 Mrd.


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