Iran fordert Ende der feindlichen Politik Saudi-Arabiens

Im Streit zwischen Saudiarabien und dem Libanon wird der Ton immer rauer.

Nach der Rücktrittsankündigung des libanesischen Ministerpräsidenten Saad Hariri forderte Saudi-Arabien zugleich seine Bürger auf, das Land am Mittelmeer zu verlassen, wie die staatliche Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf das Außenministerium in Riad berichtete. Genauere Gründe wurden nicht genannt. Er werde noch am Donnerstagabend nach Saudi-Arabien reisen und dort Kronprinz Mohammed bin Salman treffen, kündigte er während eines Besuchs in Dubai an.

"Das potenzielle Ausmaß der aufgedeckten Korruptionspraktiken ist sehr groß", sagte er. Mindestens 100 Milliarden US-Dollar seien über Jahrzehnte durch systematische Korruption und Unterschlagung veruntreut worden.

Al-Jubeir verwandte demgegenüber bei CNN große Mühe darauf, Indizien wie iranische Schriftzeichen auf Raketenteilen und anderen "Beweisstücken" als Nachweis dafür heranzuziehen, dass keine Zweifel daran gebe, dass die Rakete "mit der Hilfe der Iranischen Revolutionären Brigade und der Hizbollah zusammengesetzt und abgefeuert wurde". Es resultiere vielmehr aus der "dubiosen und mysteriösen Lage, in der er sich im Königreich (Saudi Arabien) befindet". Sieben von ihnen seien ohne Anklage wieder auf freien Fuß gesetzt worden, teilte die Anklagebehörde mit. Namen nannte er nicht.

Beobachter sehen in der Verhaftungswelle den Versuch des einflussreichen Kronprinzen Mohammed bin Salman, seine Macht noch vor seiner offiziellen Thronbestitung zu festigen. Der 32-Jährige gilt als eigentlicher Herrscher des Landes und steht auch an der Spitze eines neu geschaffenen Anti-Korruptionskomitees.

Saudi-Arabiens mächtiger Kronprinz hat den Ton gegenüber dem Iran deutlich verschärft und dem Erzfeind eine "direkte militärische Aggression" vorgeworfen. Der libanesische Regierungschef begründete den Schritt bei einem Auftritt in Riad damit, dass er um sein Leben fürchte, und machte dem Iran und der von Teheran unterstützten Hisbollah-Miliz schwere Vorwürfe. Saudi-Arabien sieht den Iran als Erzrivalen in der Region. Hariri warf dem Iran und der mit ihm verbündeten libanesischen Hisbollah vor, Zwietracht in der Region zu schüren.

Im Jemen im Süden der Arabischen Halbinsel hat der Bürgerkrieg Züge eines Stellvertreterkriegs zwischen den beiden Regionalmächten angenommen.

Im Libanon herrscht eine fragile Machtteilung zwischen Sunniten, Schiiten und Christen.


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