Experten: Ausstoß von Kohlendioxid steigt in diesem Jahr wieder an

Sie haben auch aber eine gute Nachricht, wenn es um den Zusammenhang zwischen Wirtschaftsleistung und Energieverbrauch geht. Wegen der stärkeren Nutzung von Kohle als Brennstoff würden sie 2017 voraussichtlich im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent auf insgesamt 10,5 Gigatonnen steigen.

Der CO2-Ausstoß ist einer Studie zufolge in diesem Jahr gestiegen - und nicht wie in den drei vorhergehenden Jahren weitgehend stabil geblieben. Dabei nennen die Fachleute vor allem die Vorhersagen der Weltbank zum Wirtschaftswachstum: Die Finanzexperten sagen global einen Anstieg von 2,9 Prozent für 2018 vorher - den höchsten Wert seit 2011.

Auch in Deutschland führt das starke Wirtschaftswachstum zu einem erhöhen Energieverbrauch. Aber gleichzeitig stiegen die Emissionen aus der Verbrennung von Öl und Gas deutlich an. Die neue Entwicklung in China sei maßgeblich für den weltweiten CO2-Ausstoß, sagte Glen Peters, ein weiterer Autor der Studie. Der Anstieg dämpft die Hoffnungen, dass nach der dreijährigen Stagnation zwischen 2014 und 2016 das Maximum der jährlichen CO2-Emissionen überschritten sein könnte.

Allein heuer betragen die weltweiten C=2-Emissionen 41 Gigatonnen. Diese haben augenscheinlich getrogen.

"Das Plateau der vergangenen Jahre war nicht der Höhepunkt der Emissionen", erklärte die Wissenschaftler-Gruppe "Global Carbon Project" am Montag während der Weltklimakonferenz in Bonn.

In der genaueren Betrachtung ergibt sich ein differenziertes Bild.

Wesentlich für die globale Emissions-Bilanz sind China und Indien. Es wird aber allgemein erwartet, dass das von schwerer Luftverschmutzung geplagte Land weit vorher die Abgasmengen reduzieren wird.

Für Indien, dem drittgrößten Verursacher von CO2-Emissionen nach China und den USA, rechnen die Forscher mit einem Anstieg von zwei Prozent. Doch es gibt noch einen Unsicherheitsfaktor in den Prognosen, sozusagen eine Schwankungsbreite: Im positivsten Fall beträgt die Steigerung nur 0,8 Prozent, im schlimmsten Fall etwa 3 Prozent.

Die Zeichen für die nähere Zukunft seine gemischt, schreiben die Forscher.

In 22 Staaten, die zusammen für ein Fünftel der Emissionen verantwortlich zeigen, sank der CO2-Ausstoß trotz eines Wachstums der Wirtschaft. Die Schätzungen des Internationalen Währungsfonds liegen sogar noch höher.

Eine der Autorinnen und Professorin an der britischen Universität East Anglia in Norwich, die Klimaforscherin Corinne Le Quéré, zeigte sich angesichts der jüngsten Entwicklung enttäuscht: Mit der Zunahme der CO2-Emissionen auf geschätzte 41 Milliarden Tonnen in diesem Jahr seien die Klimaziele von Paris nur noch schwer zu erreichen, sagte Le Quéré, die außerdem Direktorin des Tyndall Centres ist, einem Verbund aus acht großen britischen Unis zur Erforschung des Klimawandels und dessen Folgen. Danach werde es nicht mehr möglich sein, die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen, wie es in Paris vereinbart worden war.


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