Frankreich gedenkt seiner Opfer - und bleibt wachsam

Zum Abschluss der Gedenkzeremonien liess die Opfer-Organisation Life for Paris vor dem Rathaus des 11. Pariser Stadtbezirks wie schon im Vorjahr symbolisch Ballons für alle Opfer der Anschläge aufsteigen.

Präsident Emmanuel Macron hat in Gedenken an die Anschläge in Paris einen Kranz niedergelegt.

Schweigeminuten, Blumen und Luftballons: Frankreich hat am Montag der 130 Toten und mehr als 350 Verletzten der Terroranschläge vor zwei Jahren gedacht.

Macron sollte anschließend auch die anderen Anschlagsorte besuchen: Bars und Restaurants im Osten der französischen Hauptstadt sowie den Musikclub "Bataclan". Eliteeinheiten von Polizei und Armee gelang es schließlich, die Konzerthalle aus der Hand der Geiselnehmer zu befreien. Sänger Jesse Hughes und Gitarrist Dave Catching spielten für die 90 Toten des Bataclan unter anderem "Save a Prayer" - das Lied, das die Band kurz vor dem Angriff angestimmt hatte. "Wir haben gesehen, wie Menschen ihr Leben für ihre Freunde gaben", sagte der sichtlich bewegte Hughes. Premierminister Edouard Philippe äußerte sich aber überzeugt, dass das Land "gehalten" habe: "Frankreich ist immer noch Frankreich", sagte er im Sender France Inter. "Wir stehen nun Kämpfern gegenüber, die ziemlich entschlossen sind, in den Rückzugsgebieten des Islamischen Staats zu bleiben in der Annahme, nach Malaysia, Indonesien oder Afghanistan geschickt zu werden", sagte Behördenchef Laurent Nuñez der Zeitung "Le Figaro". Die Pariser Behörden gehen davon aus, dass sich noch 686 Männer und Frauen in den Kriegsgebieten in Syrien und im Irak aufhalten, die entweder Franzosen sind oder in der Vergangenheit in Frankreich gelebt haben.

Als Drahtzieher der Pariser Anschläge von vor zwei Jahren gilt Abdelhamid Abaaoud, ein Belgier marokkanischer Herkunft. Der einzige Überlebende der Pariser Terrorkommandos, Salah Abdeslam, ist im Hochsicherheitstrakt eines Gefängnisses bei Paris inhaftiert. Eine Gruppe von französischen Imamen und anderen muslimischen Gläubigen versammelte sich unterdessen vor dem Eiffelturm und demonstrierte gegen islamistische Gewalt. Das Verfahren zu den Pariser Anschlägen ist noch in Vorbereitung. Er wurde vor zwei Wochen durch ein strengeres Anti-Terror-Gesetz ersetzt, das der Polizei größere Befugnisse im Umgang mit Terrorverdächtigen gibt.


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