Kommt bald eine Steuer für ungesunde Lebensmittel?

Gesunde Ernährung scheitert bisher auch am Preis. Er schlägt ein gestaffeltes Mehrwertsteuer-System für Lebensmittel vor und will so den Anteil stark übergewichtiger Menschen um zehn Prozent senken.

Eine unterschiedlich hohe Besteuerung von gesunden und ungesunden Lebensmitteln könnte dazu beitragen, die Zunahme von starkem Übergewicht in Deutschland zu stoppen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Ökonomen Tobias Effertz von der Universität Hamburg.

Die Studie wurde beauftragt von der Deutschen Adipositasgesellschaft, der Deutschen Diabetesgesellschaft, der Deutschen Diabetesstiftung, der Deutschen Diabeteshilfe, der Gesundheitsstadt Berlin, vom Verband der Diabetesberatungs- und -schulungsberufe in Deutschland und der Universität Kiel.

Eine Staffelung der Mehrwertsteuer, die sich an der sogenannten Lebensmittelampel orientiert, wäre demnach am wirkungsvollsten. Das ergab eine Studie, die gemeinsam mit dem Ernährungsbericht 2017 vergangene Woche im Gesundheitsministerium präsentiert wurde.

Einige Länder haben die Steuern für ungesunde Produkte bereits erhöht: Frankreich erhebt seit 2012 eine Steuer auf gesüßte Getränke. Auch in Berkeley (Kalifornien) gibt es eine höhere Steuer auf Softdrinks.

Rund 25 Prozent der deutschen Bevölkerung gelten derzeit als stark übergewichtig, Tendenz steigend. Rund jeder vierte Deutsche leidet an Übergewicht - durch die Steuer soll das deutlich reduziert werden. Starkes Übergewicht erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Krebs.

Die Idee einer stärkeren Regulierung der Lebensmittelpreise ist nicht neu. Die Idee stieß auf ein geteiltes Echo: Während die Branche und das Bundesernährungsministerium ablehnend reagierten, begrüßten Gesundheitspolitiker aus den Reihen der Regierungskoalition den Vorschlag.


Beliebt

VERBINDEN