Deutliches Rentenplus und sinkende Beiträge

Wegen der guten Konjunktur und der hohen Zahl der Beschäftigten sinkt der Beitragssatz für die gesetzliche Rente zum 1. Januar um 0,1 Prozentpunkte auf 18,6 Prozent. Bis 2031 sollen die Renten demnach um insgesamt 36 Prozent und jährlich im Schnitt um 2,2 Prozent steigen. Das teilte der Vorstandsvorsitzende der Rentenversicherung, Alexander Gunkel, mit. "Die geburtenstarken Jahrgänge stehen derzeit aufgrund der guten Konjunkturlage noch ganz überwiegend im aktiven Arbeitsleben und bescheren den Sozialkassen ein Zwischenhoch", sagt der Vorstandschef der Rentenversicherung. Die Beiträge würden voraussichtlich die nächsten fünf Jahre stabil bleiben und erst ab 2023 wieder steigen. 2024 wird eine Steigerung auf 19,8 Prozent vorausgesagt, bis er im Jahr 2030 bei 21,6 Prozent liegen dürfte. Das spürbare Rentenplus 2018 ist also nicht viel mehr als eine Geldspritze für die derzeit rund 21 Millionen Rentner mit begrenzter Wirkung. In den ersten neun Monaten des Jahres seien die Pflichtbeiträge aus Erwerbstätigkeit um 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Und auch in den kommenden 15 Jahren dürften die Renten steigen, wie Arbeitgebervertreter Gunkel betont - wenn auch mit im Schnitt zwei Prozent deutlich geringer.

Und bereits heute gibt es viele, die von Altersarmut bedroht sind: Geringverdiener, Selbstständige, Menschen mit Erwerbsminderung.

Die bisherige Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) hatte noch ein weiterreichendes Konzept einer "doppelten Haltelinie" entwickelt, wonach den Bürgern bis 2045 ein Rentenniveau von mindestens 46 Prozent garantiert werden soll. Bei Erwerbsgeminderten könnten Abschläge abgesenkt werden. In den Jamaika-Parteien wird darüber nachgedacht, den Rentenbeitrag zu senken. Die große Koalition hatte mit dem Flexirenten-Gesetz vorgelegt. Gleichwohl sei das Rentenpolster immer noch etwas besser gefüllt als bislang erwartet, hieß es Mitte Oktober. Der Rentenbericht soll in der kommenden Woche im Kabinett behandelt werden.

Das alles ändert aber nichts am Älterwerden der Gesellschaft. Eindringlich mahnte die Versicherung die Jamaika-Partner, keine neuen, teuren Leistungen zulasten der Rentenkasse zu beschließen.


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