Italien-Coach Ventura: Trotz WM-Aus kein Rücktritt

Bei hitziger Atmosphäre im legendären San Siro übernahmen die Gastgeber von Trainer Gian Piero Ventura schnell die Initiative und drängten auf den Führungstreffer. "Es kommt nicht auf mich an, ich bin nicht die Person, die diese Entscheidung zu treffen hat", sagte der 69-Jährige am Montagabend nach dem 0:0 im Playoff-Rückspiel gegen Schweden.

Dennoch sei er sich seiner Verantwortung bewusst. "Wenn man im Fußball keine Ergebnisse erzielt, ist der Trainer der Kopf", so Ventura. Italien verpasste erstmals seit 60 Jahren die Teilnahme an einer WM-Endrunde. Nicht zum ersten Mal in der jüngeren Vergangenheit offenbarten die Italiener in der entscheidenden Zone Probleme mit dem letzten Pass.

Die Medien in Italien sind am Boden zerstört, die in Schweden jubeln. 1958 hatten die Italiener an den Titelkämpfen das einzige Mal gefehlt; 1930 hatten sie freiwillig auf eine Teilnahme verzichtet. Zweimal monierten sie im italienischen Strafraum nicht zu Unrecht ein Handspiel, das aber vom spanischen Referee Antonio Mateu Lahoz nicht geahndet wurde.

"Tutto o niente" hatte die "Gazzetta dello Sport" am Matchtag in grossen Lettern getitelt, die folgenden neun Seiten dem Spiel der Spiele gewidmet, in dem es die Apokalypse – "l'Apocalisse" – zu vermeiden galt. Am Kampf fehlte es nicht, aber an der Coolness. Auch die Umstellungen behoben Italiens Offensivmanko nicht. Er sollte die Mannschaft eigentlich bis zur Europameisterschaft 2020 führen. Die WM 2018 in Russland findet ohne Italien statt.

Die Schweden um den Leipziger Bundesligaprofi Emil Forsberg haben dagegen gute Chancen, sich erstmals seit 2006 wieder für eine WM zu qualifizieren.

"Ich habe noch nicht mit dem Verbandspräsidenten Carlo Tavecchio gesprochen".


Beliebt

VERBINDEN