Online-Computerspiele verändern das Gehirn

Die Ergebnisse zeigen, dass es während des Tests in der Gruppe der Spieler zur Abnahme der grauen Substanz im OFC kam. Durchgeführt wurde die, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierte, Studie von Christian Montag zusammen mit Professor Benjamin Becker, Leiter der neuSCAN Forschungsgruppe an der University of Electronic Science and Technology im chinesischen Chengdu. Dieser Frage sind Forscher der Universität Ulm laut Pressetext nachgegangen und haben festgestellt: Der tägliche Konsum von Spielen wie World of Warcraft soll dazu beitragen, dass euer Gehirn schrumpft. Die Neulinge wurden für die Studie wiederum in zwei Gruppen eingeteilt: eine davon sollte sechs Wochen lang täglich mindestens eine Stunde WoW spielen, die anderen bildete eine Kontrollgruppe und spielte in dieser Zeit nicht. Dieser Bereich im Frontallappen des menschlichen Gehirns ist insbesondere zuständig für die Kontrolle von Emotionen und Entscheidungen. Für die Forscher deuten diese Erkenntnisse auf neuroplastische Prozesse hin. Wir konnten nun zeigen, dass Computerspielen von WoW mit einer Reduktion des Hirnvolumens im orbitofrontalen Kortex assoziiert ist“, erklärt Christian Montag.

Sowohl vor als auch nach den sechs Wochen Testzeitraum haben die Forscher die Gehirnaktivitäten der Teilnehmer mithilfe von MRT-Scans gemessen. So zeigten bereits frühere Studien, dass das Erlernen eines Musikinstrumentes Einfluss auf Hirnareale nimmt, in denen beispielsweise die Motorik der Hände gesteuert wird.

Die beobachtete Abnahme des Hirnvolumens könne mit einer schlechten Regulierung der Emotionen und schlechteren Entscheidungsfindung einhergehen, schlussfolgern die Wissenschaftler.

Besorgniserregend sei, dass sich die Veränderungen in der Hirnstruktur bereits nach einer so kurzen Zeit von sechs Wochen nachweisen lassen. Laut den Forschern sei dies ein Hinweis darauf, dass der Konsum von Online-Spielen tatsächlich zu einer Verringung des orbitofrontalen Kortex führt. Zudem zeigte sich bei Langzeitspielern nicht nur ein geringeres Volumen der Hirnmasse, sondern auch höhere Suchttendenz. „Außerdem wird dieses Fantasy-Spiel bei Kritikern als besonders relevant im Hinblick auf Computerspielsucht gehandelt.

Die Forscher ziehen den Schluss, dass das Online-Computerspiel "World of Warcraft" Spuren im Gehirn hinterlässt. Möglicherweise, so Montag weiter, könnte der Volumenrückgang auch bei anderen Online-Spielen festzustellen sein.


Beliebt

VERBINDEN