Trump Jr. chattete mit Wikileaks

Das musste Donald Trump Jr.am Montag zugeben, nachdem US-Medien entsprechende Nachrichten veröffentlicht hatten, die er über Twitter mit Wikileaks ausgetauscht hatte. Und dieses hat vor der US-Präsidentschaftswahl von russischen Hackern erbeutete E-Mails der Demokraten veröffentlicht und Trumps Rivalin Hillary Clinton geschadet. Im Oktober 2016, wenige Wochen vor der Wahl, hatte Donald Trump bei einer Kundgebung erklärt: "Ich liebe Wikileaks".

Die Neuigkeiten sind pikant, weil Wikileaks während des Präsidentschaftswahlkampfs eine bedeutende Rolle spielte. Er antwortete, er wisse nicht, wer das sei, wolle sich aber umhören. Trump Jr. entgegnete, er habe dies bereits getan. In der dritten Nachricht fragte er Wikileaks, was hinter einer Enthüllung stecke, von der er gelesen habe.

In den Nachrichten an Trump ermutigte Wikileaks das Wahlkampfteam des Republikaners, auf die Veröffentlichung der E-Mails der Demokraten hinzuweisen. Dies tat er zwei Tage später. Es folgen nur noch Mitteilungen von Wikileaks. Außerdem empfahl Wikileaks, dass Trump sich im Fall einer Niederlage am Wahltag nicht geschlagen geben dürfe, sondern das Ergebnis anfechten müsse. So sollte dem Eindruck entgegengewirkt werden, die Organisation leiste Wahlkampfhilfe für Trump. "Es wäre sehr hilfreich und würde die Angelegenheit vereinfachen, wenn dein Vater vorschlagen würde, dass Australien Assange zum Botschafter in Washington ernennt". Assange ist australischer Staatsbürger. Formulierungen vorzuschlagen, wie sein Vater die Assange-Personalie verkaufen könnte: "Etwa 'er ist ein schlauer harter Junge und der berühmteste Australier den ihr habt!' - oder so ähnlich". Dorthin war der Australier im Juni 2012 geflohen, nachdem die schwedische Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung gegen ihn erlassen hat und Großbritannien seine Auslieferung anstrebt. In den USA droht im eine Anklage wegen Spionage, weil seine Enthüllungsplattform unter anderem geheimes Material zu den Kriegen in Afghanistan und im Irak veröffentlichte. Nachdem Trump Jr. diese veröffentlicht hatte, verbreitete er sie aber in dem Kurznachrichtendienst weiter.

Trump Jr. mutmaßte deshalb, dass die Korrespondenz aus dem Umfeld des Kongresses an den "Atlantic" gespielt wurde. Der 39-Jährige, der zusammen mit seinem Bruder Eric formal das Firmen-Imperium des Vaters führt, muss abseits der Untersuchungen von Sonder-Ermittler Robert Mueller damit rechnen, demnächst erneut vor dem Justiz-Ausschuss des Senats verhört zu werden. Konkret geht es auch um mögliche Verbindungen zwischen Moskau und Präsident Trumps Umfeld. Zudem bot Wikileaks an, eine Steuererklärung von Trump zu veröffentlichen. Seine Enthüllungsplattform WikiLeaks machte US-Kriegsverbrechen öffentlich, entlarvte den heuchlerischen Umgang mit Schurkenstaaten und verhalf dem NSA-Whistleblower Edward Snowden zur Flucht. Es gebe keine vernünftige Begründung für den Nachrichtenaustausch mit Wikileaks.


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