Bruno Kahl: BND-Chef warnt vor Gefahr durch Russland

Ungewohnt offen warnte der Chef des Bundesnachrichtendienstes in einer Rede vor den Gefahren durch Russland. Die ehemalige Sowjetunion werde auch weiter "ein unbequemer Nachbar" bleiben.

Kahl erklärte in seiner Grundsatzrede vor rund 300 Gästen der Hanns-Seidel-Stiftung, dass die machtpolitischen Ambitionen Russlands zunehmen werden.

Der Geheimdienst habe eine erstaunliche Modernisierung der Ausrüstung und Führungsfähigkeit der Streitkräfte festgestellt. "Beunruhigend", stellte Kahl fest.

Russland versuche, in Europa seine Führungsrolle zurückzugewinnen. "Dazu gehört, die EU zu schwächen und die USA zurückzudrängen und insbesondere einen Keil zwischen beide zu treiben". Der Austausch dürfe nicht zum Erliegen kommen. Der Westen und vor allem die Nato müssten daher vorbereitet sein, "um diese Bedrohungspotenziale auszugleichen und abschrecken zu können", zitiert ihn die "SZ" weiter.

Ungewöhnlich: Einerseits wegen der klaren und unmissverständlichen Worte und andererseits, weil sich der BND in der Regel mit öffentlichen Analysen zur Sicherheitslage zurückhält und lediglich die deutsche Bundesregierung intern berät.


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