Ich fühle mich nicht als Deutscher

Tennis-Legende Boris Becker kann sich nicht vorstellen, noch einmal in seinem Geburtsland Deutschland zu wohnen.

Die Begründung schob Becker gleich hinterher: "Ich habe einen deutschen Pass, aber ich fühle mich nicht als Deutscher". Nachdem er inzwischen seit knapp zehn Jahren in London lebe, werde er wohl nicht mehr nach Deutschland zurückkehren, erklärt er. "Mein Zuhause ist London".

Der zweimalige Wimbledon-Champion, der am 22. November seinen 50. Geburtstag feiert, hat in den 80er- und 90er-Jahren eine Ära im deutschen Tennis geprägt. "Seitdem wird mein Name in Deutschland instrumentalisiert, im Positiven wie im Negativen". In Bezug auf das in Großbritannien gegen ihn laufende Insolvenzverfahren sprach er von Lösungsansätzen.

Becker gewann 1985 mit 17 Jahren als erster ungesetzter, als erster Deutscher und bis heute jüngster Spieler aller Zeiten das bedeutendste Tennis-Turnier der Welt. Sein ehemaliger Geschäftspartner Hans Dieter Cleven fordert von ihm 40 Millionen Schweizer Franken (umgerechnet 36,5 Millionen Euro) - aus seiner Sicht zu Unrecht.

Eine englische Privatbank hat laut Becker Forderungen in Höhe von etwa 3,5 Millionen Euro plus Zinsen.

Im "Gala"-Interview sagt er zu den Vorwürfen: "Die Parteien nähern sich in außergerichtlichen Schlichtungsgesprächen an und sind bemüht, eine gütliche Lösung zu finden." ".

Dabei räumte er auch eigene Fehler ein.

Auch sein Privatleben sei durch die Negativschlagzeilen massiv beeinträchtigt gewesen, weil er sich gegenüber Ehefrau Lilly und seinen Kindern habe erklären müssen, berichtete Becker im Gespräch mit der Illustrierten.

Bezüglich seiner finanziellen Schwierigkeiten wies Becker darauf hin:"Vielleicht habe ich auch mich als Person, meinen Namen, meine Marke unterschätzt - was alles passieren kann, wenn Fehler passieren. Das ist eigentlich die größte Lehre, die ich daraus gezogen habe", sagte Becker der Zeitschrift "Gala".


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