Metall-Arbeitgeber fordern flexiblere Arbeitszeiten

Die IG Metall fordert - erstmals seit Mitte der Neunzigerjahre - wieder kürzere Arbeitszeiten samt Lohnausgleich, stößt damit bei ihren Verhandlungspartnern auf Widerstand.

Gesamtmetallpräsident Rainer Dulger hat der Forderung der IG Metall nach kürzeren Arbeitszeiten mit einem Teillohnausgleich aber schon eine klare Absage erteilt: "Kürzere Arbeitszeiten bei Lohnausgleich - das ist eine Stilllegeprämie für Fachkräfte, die zu einer flächendeckenden 28-Stunden-Woche führen würde".

Die Menschen wünschten sich mehr Flexibilität und Selbstbestimmung, doch viele könnten es sich nicht leisten, kürzer zu arbeiten, argumentiert die IG Metall.

Auch für Stefan Wolf, Chef von Südwestmetall und Verhandlungsführer für die Arbeitgeberseite, ist der Wunsch der Gewerkschaft indiskutabel: "Wir sehen in der Forderung einen totalen Systemwandel". "Wer um 14:00 Uhr das Unternehmen verlässt, um sein Kind aus der Kita zu holen, und sich abends aber noch mal daheim vor den Rechner setzt, sollte am Morgen wieder pünktlich zur Arbeit erscheinen dürfen, auch wenn er die starre Ruhezeit von elf Stunden nicht ganz einhalten würde", sagte der Gesamtmetall-Präsident. Warum sich das nun ändern solle, verstehe er nicht.

Über mehr Flexibilität könne man reden, sagte Wolf, aber das Recht der Arbeitgeber, mit allen Angestellten eine Arbeitszeit von bis zu 40 Stunden zu vereinbaren, stehe nicht zur Disposition. In der gesetzlich geregelten Teilzeit gibt es weder einen finanziellen Ausgleich noch ein generelles Rückkehrrecht.

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sprach sich für Änderungen des Arbeitszeitgesetzes aus. Der deutsche Arbeitnehmerschutz habe sich bewährt, sagte der Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Christoph Schmidt, der Welt am Sonntag.


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