Russland-Affäre: Trump widerspricht sich selbst

Die US-Geheimdienste waren im Januar zu dem Schluss gekommen, Putin habe eine Beeinflussung des US-Wahlkampfs angeordnet. John Brennan, Direktor der CIA von 2013 bis 2017, und James Clapper, Nationaler Geheimdienstdirektor von 2010 bis 2017, sagten in einer CNN-Sendung am Sonntag, dass Trump von Putin manipuliert werde.

Der Eine hat dem Anderen offenbar viel zu sagen: Trump und Putin am Samstag auf dem Apec-Gipfel in Vietnam. Am 11. November sagte der US-Präsident zunächst, er glaube Putin, dass er keinen Einfluss genommen habe: "Jedes Mal, wenn er mich sieht, sagt er 'Ich habe das nicht gemacht', und ich glaube ihm wirklich, wenn er das sagt, er meint das so".

Der amerikanische Geheimdienst wirft dem Sender "Russia Today" vor, die US-Wahl 2016 im Auftrag der russischen Regierung beeinflusst zu haben und verlangt, dass die Fernsehstation als "ausländischer Agent" registriert wird. Das Land sei etwa für eine Lösung des Konflikts mit Nordkorea wichtig.

Später twitterte Trump: "Wann werden all die Hasser und Dummköpfe da draußen einsehen, dass es eine gute und nicht eine schlechte Sache ist, gute Beziehungen zu Russland zu haben". "Ich versuche so sehr, sein Freund zu werden - vielleicht wird das sogar eines Tages passieren!"

Nordkorea hat in den vergangenen Monaten mit wiederholten Raketen- und Atomwaffentests die Weltgemeinschaft und insbesondere die USA herausgefordert. Drei Stunden zuvor hatte Trump über Nordkoreas Führer Kim Jong-un ironisch getwittert, er würde diesen nie als klein oder fett bezeichnen.

Ungeachtet der Einigkeit in der Russland-Affäre kritisierte der Kreml-Chef den Umgang der US-Behörden mit den russischen Medien. "Wenn Russland uns zusätzlich zu China helfen würde, würde das Problem viel schneller weggehen". Trump rückte am Sonntag von seinen umstrittenen Äußerungen ab und erklärte, er glaube den US-Geheimdiensten - vor allem unter der Führung der Nachfolger Brennans und Clappers.

Bei der Pressekonferenz in Hanoi äußerte sich Trump auch zu wichtigen Handelsverbindungen.

Trump traf in Manila bereits mit Präsident Duterte zusammen.

Nachdem Brennan und Clapper auf CNN dem Präsidenten vorgeworfen hatten, die US-Geheimdienste diskreditieren zu wollen, meldete sich Trump nochmals zu Wort.

Trump beendete gestern seinen Besuch in Vietnam und reiste weiter auf die Philippinen. Dort beginnt heute der Gipfel der Gemeinschaft Südostasiatischer Staaten, Asean.


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